Ermittlungen gegen ADAC wegen Bespitzelung von Mitarbeitern

Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt gegen den ADAC-Regionalverband Niedersachsen/Sachsen-Anhalt wegen Bespitzelung von Mitarbeitern.
Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt gegen den ADAC-Regionalverband Niedersachsen/Sachsen-Anhalt wegen Bespitzelung von Mitarbeitern.
Foto: dapd
Dem ADAC-Regionalverband Niedersachsen/Sachsen-Anhalt wird vorgeworfen Mitarbeiter bespitzelt und die Betriebsarbeit behindert zu haben. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft Hannover. Der ADAC weist die Vorwürfe zurück.

Hannover.. Wegen Behinderung der Betriebsratsarbeit und der Bespitzelung von Mitarbeitern hat die Staatsanwaltschaft Hannover Ermittlungen gegen den ADAC-Regionalverband Niedersachsen/Sachsen-Anhalt aufgenommen. Konkret werde unter anderem gegen den Geschäftsführer des Regionalverbands ermittelt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannover am Donnerstag. Der Sprecher bestätigte damit einen entsprechenden Bericht des NDR Politikmagazin "Panorama 3", wonach der Betriebsrat Strafanzeige erstattet hatte.

ADAC weist Vorwürfe zurück

Ein Sprecher des ADAC wies die Vorwürfe auf Nachfrage zurück. Er sagte: "Es hat niemals und in keiner Form eine Anweisung der Geschäftsführung zur Aushorchung des Betriebsrates gegeben."

In der NDR-Sendung am Dienstag hatte die ehemalige Leiterin der IT-Abteilung des Automobilclubs berichtet, die Geschäftsführung habe sie als Spitzel instrumentalisiert. Auf Druck der Geschäftsführung habe sie unter anderem E-Mails nach Stichwörtern durchsucht, Nachrichten kopiert und Screenshots der Computer von Mitarbeitern gemacht. Ein ehemaliges Vorstandsmitglied sprach in diesem Zusammenhang bei "Panorama 3" von einem "Sumpf", der in Niedersachsen herrsche. (dapd)

ADAC-Ambulanzdienst zieht Bilanz

Die Zahl der erkrankten und verletzten Urlauber ist laut ADAC auch im Jahr 2012 weiter angestiegen. Weltweit musste sich der Ambulanzdienst des Automobilclubs um rund 52 800 Reisende kümmern - das sind 1 800 mehr als 2011 und entspricht einem Plus von rund 3,5 Prozent. Die meisten Patienten wurden in der Türkei betreut (rund 6 500), vor Spanien (6 200) und Österreich (5 600). Auf den weiteren Plätzen folgen Italien (4 100) sowie Frankreich (1 700) und Griechenland (1 500). Bei den Ländern außerhalb von Europa liegt die USA mit rund 1 400 Patienten vorne.

Für über 14 100 dieser kranken oder verletzten Urlauber endete die schönste Zeit des Jahres mit einem Rücktransport in ein Krankenhaus in der Heimat (Vorjahr 14 100). 4 500 davon wurden mit dem Flugzeug nach Hause gebracht, 2 900 per Linienmaschine und 1 600 mit einem ADAC Ambulanz-Sonderflug - so viele wie 2011.

Ambulanzflüge am häufigsten in Spanien

990 Mal und damit am häufigsten landeten und starteten die Maschinen in Spanien, und dort vor allem an den Küsten sowie auf den Balearen und Kanaren. Aus der Türkei wurden 560 Flüge mit Patienten gezählt, aus Italien 440, aus Griechenland 250 und aus Frankreich 240. Hauptursachen für die Krankenrücktransporte per Flugzeug sind in 70 Prozent der Fälle Herz-Kreislauferkrankungen, Schlaganfälle und Hirnblutungen. 15 Prozent gehen auf Unfälle zurück, hier besonders Verkehrs- und Sportunfälle. Die übrigen 15 Prozent verteilen sich auf Erkrankungen und Unfälle aller Art.

Die Flotte der ADAC Ambulanzflugzeuge besteht aus zwei Jets vom Typ DO 328, einer Turboprop der Firma Beechcraft sowie einem Lear Jet 60. Bei Bedarf können weitere Ambulanzflugzeuge zusätzlich für Krankentransporte bereitgestellt werden. Im größten Flugzeug, der DO 328, können bis zu zehn Patienten gleichzeitig transportiert werden. Neben der fliegenden Crew beschäftigt der ADAC Ambulanzdienst über 100 Mitarbeiter in der Münchner Zentrale, darunter Ärzte, Rettungssanitäter und Rettungsassistenten. Im Ausland stehen zusätzlich externe Ärzte bereit.

Flugkosten bis zu 45 000 Euro

Je nach Maschinentyp kostet ein ADAC Ambulanz-Sonderflug von z.B. Ägypten oder den Kanarischen Inseln nach Deutschland bis zu 45 000 Euro. Ein Intensivtransport von Mexiko kann bis zu 70 000 Euro und von Asien oder Australien bis zu 130 000 Euro kosten.

Seit seiner Gründung 1973 hat der Ambulanz-Service über 313 000 erkrankte und verletzte Urlauber nach Hause geholt

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