Eon-Chef Teyssen will Konzern-Aufspaltung um jeden Preis

Düsseldorf.  Eon-Chef Johannes Teyssen hat die von der Bundesregierung geplante unbegrenzte Haftung der Konzerne für ihre Kernkraftwerke erneut scharf kritisiert. An der für 2016 vorgesehenen Abspaltung des konventionellen Energiegeschäfts in die neue Gesellschaft Uniper werde das aber nichts ändern, betonte Teyssen vor der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung Düsseldorf.

Bisher würde Eon fünf Jahre für Uniper nachhaften, in die auch sämtliche Atom-Rückstellungen übergehen sollen. Kippt die Regierung diese Frist, könnte Eon faktisch unbegrenzt haftbar gemacht werden, sollten die Rückstellungen nicht ausreichen. „Ein solches Sondergesetz gibt es für kein anderes Risiko – nicht in Deutschland und nirgends auf der Welt“, sagte Teyssen, der erneut die Verfassungsmäßigkeit der geplanten Gesetzesveränderung anzweifelte und sich eine mögliche Klage offen ließ, wie er in Düsseldorf betonte.

Die Aufspaltung seines Konzerns in Eon mit Vertrieb, Netzen und erneuerbaren Energien sowie Uniper mit den Kern-, Kohle- und Gaskraftwerken werde er trotzdem vollziehen, „koste es, was es wolle“. Es sei sinnvoll, die konkurrierenden Geschäftsfelder einzeln weiterzuführen. An dem Konzept für die 300 konventionellen Eon-Kraftwerke ändere sich nichts wegen drei Kernkraftwerken. Zuvor waren Zweifel aufgekommen, ob die Aufspaltung noch Sinn mache, wenn Eon ohnehin ewig für Uniper hafte.

 
 

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