Enervie droht Millionenloch im Etat

Hagen/Lüdenscheid..  In der Enervie-Aufsichtsratssitzung heute Nachmittag soll es nicht nur um die technische Auflösung der Insellage des Stromnetzes gehen, sondern auch um Geld: Nach Informationen dieser Zeitung droht dem Energieversorger ein Loch von rund 35 Millionen Euro in seinem Etat.

Sollte sich die Inselnetzlage im Versorgungsgebiet kurzfristig auflösen lassen, indem über alternative Kupplungspunkte ausreichend Strom von außen eingespeist wird, wären auch die Entschädigungen, die Enervie für die Bereitstellung seiner unrentablen Kraftwerke als Ausgleich bekommen soll, wohl hinfällig, lautet die Befürchtung. Dieser finanzielle Ausgleich sowie die erhöhten Netznutzungsentgelte und mögliche Abfindungen sind offenbar zusammen mit rund 35 Millionen Euro im Haushalt als Einnahmen eingeplant. Der Aufsichtsrat will jetzt wissen, wie das Unternehmen mit den Einnahmeausfällen in Millionenhöhe umgehen will.

Abfindungen in Millionenhöhe

Bislang muss Enervie von montags bis freitags drei seiner konventionellen und unrentablen Kraftwerke bereit halten, damit in seinem Versorgungsgebiet auch in Zeiten des Spitzenverbrauchs nicht das Licht ausgeht – weil von außen zu wenig Strom eingespeist werden kann. Erst der Ausbau einer Kupplungsstelle in Hagen-Garenfeld – geplant bis 2018 – sollte ein Abschalten der Kraftwerke ermöglichen. Jetzt heißt es im Vorfeld der Aufsichtsratssitzung, dass aus dem südlichen Ennepe-Ruhr-Kreis (dortiger Energieversorger: AVU) und aus einer 220 Kilovolt-Überlandleitung im Märkischen Kreis (Betreiber: Westnetz) genügend Strom ins Enervie-Gebiet fließen kann – und die Kraftwerke inklusive der Beschäftigten nicht mehr gebraucht würden. Dann wären wohl auch Abfindungen in Millionenhöhe fällig.

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