Energiekonzern Eon erhöht im Jahr 2012 Gewinn und Chefgehalt

Eon-Chef Johannes Teyssen: Konzerngewinn steigt, das Gehalt auch.
Eon-Chef Johannes Teyssen: Konzerngewinn steigt, das Gehalt auch.
Foto: afp
Deutschlands größter Energiekonzern Eon stellt sich zwar auf schwierige Zeiten ein, verbuchte aber im vergangenen Jahr wieder einen Milliardengewinn. Auch das Gehalt von Konzernchef Johannes Teyssen ist deutlich gestiegen. Zum Thema Strompreise hat der Eon-Chef eine klare Meinung.

Düsseldorf.. Deutschlands größter Energieversorger Eon befindet sich in einer schwierigen Lage. Der Konzern spürt die Folgen der Wirtschaftskrise in Europa, die Kunden kaufen weniger Strom und Gas. Kraftwerke sind von der Schließung bedroht. Eon hat bereits massiv Stellen gestrichen. Auch das Image der Energiebranche hat gelitten: Viele Verbraucher schimpfen über steigende Strompreise.

Konzernchef Johannes Teyssen deutete bei der Präsentation der Bilanz in Düsseldorf an, dass die Verbraucher mit weiter steigenden Strompreisen rechnen müssen, wenn die Politik nicht handelt. „Wir brauchen keine Strompreisbremse, wir brauchen eine Stromkostenbremse“, sagte er zu entsprechenden Plänen von Umweltminister Peter Altmaier (CDU). „Wenn es uns nicht gelingt, die Kosten zu begrenzen, werden Preise steigen.“

Kraftwerken droht die Schließung

Teyssen prophezeit der Branche eine schwierige Zeit. „In den nächsten Jahren wird es mit Sicherheit nicht einfacher für Eon, wie im Übrigen für alle europäischen Energieversorger“, sagte er. Eon drosselt nun die Investitionen. Neubauvorhaben für konventionelle Großkraftwerke in Europa legt der Konzern bis auf Weiteres zu den Akten. Vielen deutschen Gaskraftwerken drohe das Aus, „weil Wind- und Solarenergie und paradoxerweise ausgerechnet Kohlekraftwerke die hochflexiblen, sauberen, aber eben mit einem vergleichsweise teuren Brennstoff betriebenen Gaskraftwerke vom Markt drängen“, wie Teyssen sagte.

Noch in diesem Monat soll die Entscheidung fallen, ob Eon das moderne Gaskraftwerk „Irsching 5“ in Bayern vorübergehend stilllegt. „Wir werden nicht tatenlos zusehen, wie unsere Kraftwerke dauerhaft rote Zahlen schreiben“, betonte Teyssen. Mit Blick auf das umstrittene Steinkohlekraftwerk in Datteln zeigte sich Teyssen zuversichtlich. „Datteln wird fertig gebaut“, sagte er, ließ aber offen, wann die Anlage ans Netz geht.

Eon treibt auch den Stellenabbau voran. Im Zuge des Sparprogramms „Eon 2.0“ seien bislang mehr als 3000 Arbeitsplätze abgebaut worden, erklärte die scheidende Personalchefin Regine Stachelhaus. „Damit liegen wir gut im Plan. Weitere Pläne gibt es nicht“, sagte sie. Insgesamt schrumpfte die Eon-Belegschaft laut Geschäftsbericht innerhalb eines Jahres sogar von knapp 79 000 auf 72 000 Beschäftigte. „Eon 2.0“ mache sich bereits mit Einsparungen in Höhe von 200 Millionen Euro in der Bilanz bemerkbar, sagte Teyssen. Eon hatte im Sommer 2011 angekündigt, weltweit bis zu 11 000 Arbeitsplätze abzubauen, etwa jede zweite Stelle davon in Deutschland.

Jahresgehalt in Höhe von 5,7 Millionen Euro für Teyssen

Der Eon-Vorstand ließ sich seine Arbeit im vergangenen Jahr deutlich besser bezahlen als 2011. Die Gesamtbezüge für das sechsköpfige Gremium erhöhten sich von 17,6 auf 21,7 Millionen Euro. Für Konzernchef Teyssen weist der Geschäftsbericht ein Gehalt in Höhe von 5,7 Millionen Euro aus, im Jahr zuvor waren es noch 4,5 Millionen Euro. Zur Begründung sagte der Eon-Chef, der Gewinn des Konzerns sei 2012 „massiv höher“ gewesen als im Jahr 2011, auch die Dividende für die Aktionäre werde angehoben. Teyssen kündigte an, dass der Vorstand ein neues Vergütungssystem bekomme. Details sollen bald veröffentlich werden.

Deutlich erhöht haben sich auch die Pensionsansprüche der Eon-Vorstände. Allein der Barwert der Pension des 53-jährigen Teyssen liegt mittlerweile bei 16,4 Millionen Euro – nach 11,7 Millionen Euro im Vorjahr. Auch Eon-Vorstandsmitglied Bernhard Reutersberg (59) darf mit bemerkenswerten Ruhegeldzahlungen rechnen. Der Barwert seiner Pension hat nunmehr die Schwelle von zehn Millionen Euro überschritten.

Unter dem Strich verbuchte der Konzern nach einem Verlust von 1,86 Milliarden Euro im Krisenjahr 2011 nun mit 2,64 Milliarden Euro wieder Gewinne. Die Anteilseigner von Eon sollen eine Dividende in Höhe von 1,10 Euro pro Aktie erhalten, 10 Cent mehr als im Jahr 2011.

Die Ausschüttung fällt allerdings noch deutlich niedriger aus als in den Jahren 2008 bis 2010, als Eon 1,50 Euro pro Anteilsschein zahlte. Der Wert der Aktie hat sich mehr als halbiert: Wurden Ende 2009 noch 29 Euro für ein Eon-Papier gezahlt, waren es Ende 2012 gerade einmal rund 14 Euro.

 
 

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