Ein Sauerländer soll an die Spitze der IHK NRW

Carsten Menzel
Firmenchef in Olsberg im Hochsauerland und Präsident der IHK Hellweg-Sauerland:  Ralf Kersting.
Firmenchef in Olsberg im Hochsauerland und Präsident der IHK Hellweg-Sauerland: Ralf Kersting.
Foto: WAZ FotoPool/ Ralf Rottmann
Der Olsberger Unternehmer Ralf Kersting gilt als aussichtsreicher Kandidat für das Amt. Gewählt wird am 4. November.

Olsberg/Düsseldorf.  Wenn am 4. November die 16 Industrie- und Handelskammern aus Nordrhein-Westfalen in Bochum einen neuen Präsidenten an die Spitze ihres Landesverbandes wählen, dann hat ein Sauerländer gute Chancen auf diese Position: Nach Informationen unserer Zeitung gehört Ralf Kersting, Präsident der IHK Hellweg-Sauerland in Arnsberg und Unternehmer aus Olsberg (Hochsauerland) zu den Favoriten. Kersting selbst lehnte gestern jegliche Stellungnahme auf Anfrage unserer Redaktion ab.

Es wäre eine Wahl, die der Bedeutung Westfalens und insbesondere der Bedeutung der fünf südwestfälischen Landkreise als eine der führenden Industrieregionen Deutschlands gerecht würde. Hier hatte Kersting erst im Sommer den Vorsitz des Vereins „Wirtschaft für Südwestfalen“ abgegeben.

Gesprächspartner für Bundespolitik

Die Satzung des Landesverbandes sieht vor, dass der Präsident aus den Reihen des Vorstandes bestimmt und gleichzeitig ebenso zwingend der Chef einer der insgesamt 16 regionalen Industrie- und Handelskammern in NRW sein muss.

Kersting ist bereits einer der vier Vize-Präsidenten des NRW-Landesverbandes und Mitglied im Bundesvorstand des Deutschen Industrie- und Handelskammertages mit Sitz in Berlin und damit verbands- und gremienerfahren. Der Olsberger Unternehmer gilt zudem als geschätzter und verlässlicher Gesprächspartner bis in die Bundespolitik – der dabei nicht in Parteiformaten denkt, sondern offen die Anliegen der Wirtschaft und Unternehmen vertritt. Alles zusammen durchweg gute Voraussetzungen für die neue Aufgabe.

Mit einer möglichen Wahl von Kersting würde die Präsidentschaft der NRW-Handelskammern den Landesteil wechseln: Der bisherige Präsident, Paul Bauwens-Adenauer, ein rheinischer ­Bauunternehmer und von der IHK Köln, hatte bereits im Frühjahr öffentlich angekündigt, nicht mehr für das Amt zu kandidieren.

Nach eigenen Angaben ist „IHK NRW die Landesarbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern in Nordrhein-Westfalen. Sie ist die gemeinsame Interessenvertretung der Kammern in NRW gegenüber der Landespolitik und Landesregierung, Verwaltungen, Verbänden und anderen Organisationen“.

Einflussreiche Südwestfalen

Mit einer Wahl Kerstings würde sich die Liste der Persönlichkeiten aus Südwestfalen in herausgehobenen Positionen in der Wirtschaft verlängern: Der Iserlohner Unternehmer Horst-Werner Maier-Hunke ist Vorsitzender der Landesvereinigung der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen und Mitglied im Präsidium der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA); der Siegener Detlef Wetzel hat es im Frühjahr als Bundesvorsitzender an die Spitze der mächtigen IG Metall geschafft.