Ebay trennt sich von PayPal - das musst du als Nutzer wissen

Der Bezahldienst Paypal verliert einen wichtigen Teil des Geschäfts mit seiner einstigen Konzernmutter Ebay.
Der Bezahldienst Paypal verliert einen wichtigen Teil des Geschäfts mit seiner einstigen Konzernmutter Ebay.
Foto: imago stock&people / imago/Eibner
Alte Liebe rostet doch: Ebay stößt nach Jahren enger Partnerschaft PayPal vom Thron. Ein anderer Zahlungsabwickler erhält den Vorzug.

San Jose.  Ebay will künftig selbst als Mittelsmann bei Zahlungen auf der Plattform auftreten. Die Idee ist, dass der Käufer das Geld nicht mehr direkt dem Verkäufer überweist – sondern erst an Ebay, das seinerseits den Anbieter der Waren auszahlt. Die Umstellung solle mehrere Jahre dauern. Hintergrund ist ein auslaufender Deal mit Paypal.

Verbraucher sollen Paypal aber weiterhin als Bezahl-Option nutzen können, mindestens bis 2023. Die frühere Ebay-Tochter ist sowohl als Bezahldienst für Konsumenten als auch als Zahlungsabwickler im Hintergrund aktiv. Der Verlust der letzteren Rolle bei Ebay bedeutet für Paypal spürbare Einbußen für das Geschäft. Die Paypal-Aktie fiel im vorbörslichen Handel am Donnerstag um gut sieben Prozent. Das Papier von Ebay legte dagegen um rund zehn Prozent zu.

Ebay arbeitet künftig mit niederländischem Dienst

Als künftigen Partner für die Zahlungsabwicklung wählte die Handelsplattform die niederländische Firma Adyen aus. Sie soll die Rolle Mitte 2020 übernehmen. Paypal-Chef Dan Shulman spielte vor Analysten die Auswirkungen der Entscheidung herunter. Ebay sei zwar ein wichtiger Kunde, aber das Geschäft mit anderen Unternehmen sei zuletzt viel schneller gewachsen. Der Verlust der Ebay-Erlöse werde „durchaus zu managen sein“.

Finanzchef John Rainey deutete zudem an, dass Paypal selbst angesichts unzureichender Profitabilität nicht an der Fortsetzung des Ebay-Deals interessiert gewesen sei. Paypal wird künftig auch als Bezahloption in Läden von Disney und bei der Teleshopping-Plattform QVC verfügbar sein.

Paypal seit 2015 eigenständig

Paypal hatte sich 2015 als eigenständiges Unternehmen von der langjährigen Konzernmutter abgespalten. Damals kam noch rund ein Viertel der Erlöse von der Ebay-Plattform, ein Jahr später war es noch gut ein Fünftel.

Paypal steigerte den Überschuss im vierten Quartal im Jahresvergleich um 59 Prozent auf 620 Millionen Dollar (499 Millionen Euro). Die Erlöse kletterten um 26 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar.

Einfacheres Bezahlen soll Kunden locken

Ebay steht im Wettbewerb mit Amazon. Um nicht weiter ins Hintertreffen zu geraten, baute der US-Konzern sein Angebot um und vereinfachte seine Zahlungsmodalitäten, um mehr Kunden anzusprechen. Dies zog vor allem auf dem US-Heimatmarkt. Der Umsatz kletterte im vierten Quartal um neun Prozent auf 2,61 Milliarden Dollar.

Eine 3,1 Milliarden Dollar schwere Rückstellung auf die Auslandsgewinne nach der US-Steuerreform riss die Bilanz im vierten Quartal jedoch mit 2,6 Milliarden Dollar (2,1 Mrd Euro) ins Minus. Ohne den Sondereffekt sieht das Ergebnis erheblich besser aus: Der bereinigte Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft stieg im Jahresvergleich um drei Prozent auf 618 Millionen Dollar. Der Umsatz nahm um neun Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar zu. (dpa)

 
 

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