Die RAG-Stiftung und ihr Abschied vom Bergbau

Essen..  An Würdigungen, Wehmut und auch Tränen wird es nicht mangeln, wenn Ende 2018 auch im letzten Schacht des Ruhrgebiets Schicht ist. Mit Prosper Haniel stirbt dann in Bottrop die letzte Zeche, und der Steinkohlenbergbau in Deutschland wird Geschichte sein. Den passenden Rahmen für dieses historische Datum, aber auch ein, zwei Fingerzeige nach vorn will das Projekt „Glückauf Zukunft“ geben. Die Initiatoren RAG-Stiftung, RAG und Evonik gaben auf Zollverein nun einen Einblick in ihre Pläne für die kommenden zweieinhalb Jahre.

Den Auftakt macht am 1. Mai, dem Tag der Arbeit sinnigerweise, die Premiere des Kinofilms „Junges Licht“ in der Essener Lichtburg. Der auch von der RAG-Stiftung und Evonik geförderte Streifen von Adolf Winkelmann mit Charly Hübner und Peter Lohmeyer erzählt die Geschichte eines Bergarbeiter-Sohns im Ruhrgebiet der 1960er-Jahre.

Die harte Arbeit der Kumpel als Grundlage unseres heutigen Wohlstands zu würdigen, ist auch Werner Müllers Hauptanliegen für das Abschieds-Programm. „Der Bergbau vererbt uns weit mehr Reichtum als Probleme“, sagte der Chef der RAG-Stiftung, die das Ende des Bergbaus und seine Ewigkeitskosten finanzieren muss, „diese immense historische Leistung wollen wir würdigen.“

Für 2018 sind eine große zentrale Abschiedsveranstaltung, viele kleinere, dezentrale Feiern und „ein großes Fußball-Event“ geplant, so Müller. Bei der Detailplanung hilft ein prominent besetzter Beirat mit Fritz Pleitgen an der Spitze, der schon die Kulturhauptstadt 2010 hauptverantwortlich gemanagt hat, und unter anderem Prof. Wolfgang Heit, Chef der Brost-Stiftung.

Bis der Abschied kommt, wollen die Projektväter Dinge anstoßen, die den Bergbau überdauern. Dafür steht der Slogan „Glückauf Zukunft“, dessen Umsetzung mit harter Währung unterlegt ist – in Summe 30 Millionen Euro. Die Hälfte davon investiert die RAG-Stiftung in den Umbau des in die Jahre gekommenen Deutschen Bergbaumuseums in Bochum. Die Aufbereitung der Zechengeschichte vor allem für Kinder sei nicht mehr zeitgemäß aufbereitet, das werde man ändern, kündigte Bärbel Bergerhoff-Wodopia aus dem Vorstand der RAG-Stiftung an.

Darum, wie die Region nach dem Bergbau nach vorn kommt, soll es in Zukunftsforen gehen. Zum Auftakt am 9. Juni werden die Ergebnisse einer breiten Zukunftsstudie zu Chancen und Risiken für die Region vorgestellt und diskutiert. Hinzu kommen Schülerwettbewerbe und ein Sozialprojekt für benachteiligte Jugendliche.

 
 

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