Deutschland investiert zu wenig in Breitbandnetz

München. Noch immer haben viele Regionen Deutschlands keinen Anschluss ans Breitbandnetz. Zwar ist eine staatliche Förderung für den Ausbau geplant, aber diese sei zu gering. Das hat jetzt eine Studie festgestellt, die Deutschland im europaweiten Vergleich der Fördergelder weit hinten platziert.

Beim Ausbau des schnellen Internets hinkt Deutschland laut einer Studie im weltweiten Vergleich hinterher. Die bisher geplante staatliche Förderung für den Breitband-Ausbau sei deutlich zu gering, hieß es in einer am Mittwoch veröffentlichten Analyse der Beratungsfirma Booz & Company. Im europaweiten Vergleich der staatlichen Investitionsprogramme zum Breitbandausbau lande Deutschland mit Hilfen von 150 Millionen Euro nur im letzten Drittel.

Breitbandversorgung entscheidend für Wettbewerb

Laut der Studie investieren etwa Portugal oder Griechenland fünfmal mehr öffentliche Fördergelder als die deutsche Regierung. Dabei sei die flächendeckende Versorgung mit Breitbandanschlüssen entscheidend im internationalen Wettbewerb, heißt es in der Analyse. Erhöhe ein Staat die Rate der Hochleistungszugänge um 10 Prozentpunkte, so steige in den nächsten fünf Jahren die Arbeitsproduktivität um 1,5 Prozentpunkte.

Vorreiter bei schnellen Internetanschlüssen sind demnach Südkorea, Hongkong und Japan. In Europa seien es Schweden und Norwegen. Der Breitband-Ausbau werde zur Zukunftsfrage, heißt es in der Studie. Er sei in der globalisierten und digitalisierten Wirtschaft vergleichbar mit Infrastrukturprojekten wie dem Aufbau eines modernen Schienen- oder Straßennetzes. (ap)

 
 

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