Deutsche Post baut eigene Elektroautos

Düsseldorf.  Die Deutsche Post entwickelt unabhängig von den Autokonzernen eigene Elektrofahrzeuge. Nach Angaben von Vorstandschef Frank Appel baut die Post derzeit sechs Autos am Tag. Die Ladefläche der Fahrzeuge sei für die Paketzustellung „optimal konzipiert“, erläuterte Appel vor der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung (WPV) in Düsseldorf. Die Produktion der Elektroautos übernehme eine kleine Firma namens Streetscooter, die von Wissenschaftlern der RWTH Aachen gegründet worden sei. Ende vergangenen Jahres hatte die Post die Firma komplett übernommen. Appel betonte, es gehe vor allem darum, ein Fahrzeug zu bekommen, das den speziellen Bedürfnissen der Post gerecht werde. „Wir wollen kein Autokonzern werden“, betonte er.

Auch die Post spürt Auswirkungen des VW-Abgasskandals. Von den rund 90 000 firmeneigenen Fahrzeugen kommen nach Appels Angaben etwa 20 000 von Volkswagen. 1400 VW-Fahrzeuge seien von den Abgasmanipulationen betroffen.

Aufmerksam beobachtet der Post-Chef Tests für selbstfahrende Autos. In der Logistikbranche gebe es „eine Menge Anwendungsmöglichkeiten“. Denkbar seien zum Beispiel Fahrzeuge, die den Post- oder Paketzustellern hinterherfahren. „Das ist sicherlich etwas, was nicht so weit entfernt ist“, so Appel. Es gehe darum, die Mitarbeiter zu entlasten und ihre Produktivität zu erhöhen.

Appel peilt offenbar eine weitere Amtszeit an der Spitze des Bonner Konzerns an. „Die Arbeit macht mir sehr viel Spaß“, sagte er. Er würde den Job gerne „auch noch länger machen“. Der 54-Jährige ist seit 2008 Chef des Konzerns mit fast 500 000 Mitarbeitern. Sein Vertrag läuft bis Oktober 2017. Beratungen des Aufsichtsrats über eine neue Amtszeit dürften im nächsten Jahr anstehen.

 
 

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