Deutsche-Bank-Vorstand schmeißt aus Frust hin

Frankfurt..  Die Deutsche Bank kommt nicht zur Ruhe. Offenbar aus Protest gegen den Ende April beschlossenen Strategie-Schwenk und den damit verbundenen Verkauf der Postbank nimmt Privatkunden-Vorstand Rainer Neske seinen Hut und verlässt das Institut nach 25 Jahren und nach 15 Jahren im Vorstand. Die Deutsche Bank kommentiert entsprechende Berichte am Dienstag nicht. Sicher scheint aber, dass der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am Mittwochabend der Auflösung des Vertrages mit dem 50-jährigen Banker zustimmen wird.

Klaus Nieding von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz DSW nannte den Abgang von Neske „fast schon eine Katastrophe“. Es werde immer schlimmer bei der Deutschen Bank.

Jürgen Fitschen und Anshu Jain, die Co-Chefs der Bank, hatten am Wochenende in einem Zeitungsinterview versucht, den Disput mit Neske zu übertünchen. Man arbeite als kollegiales Gremium. Außerdem verfüge die Deutsche Bank immer noch über ein gewaltiges Privatkundengeschäft. Das werde eine Wachstumsstory für die Bank.

Neske hat da offenbar seine Zweifel. Die Entscheidung des Diplom-Informatikers, der im vergangenen Jahr mit 4,4 Millionen Euro entlohnt wurde, dürfte für weitere Turbulenzen auf der Hauptversammlung am Donnerstag in Frankfurt sorgen. In Bankenkreisen heißt es, der gebürtige Münsteraner habe sich vehement für eine globale Universalbank mit einer starken Privat- und Geschäftskundensparte unter Einschluss der Postbank ausgesprochen.

Am Dienstag präsentierte die Postbank ihren Bericht für das erste Quartal, der einen um zwölf Prozent höheren Netto-Gewinn ausweist als ein Jahr zuvor. Der Konzerngewinn der Deutschen Bank ist dagegen um 49 Prozent auf 559 Millionen Euro geschrumpft.

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