Der Tarifstreit bei Tageszeitungen ist beigelegt

DerWesten
Etwa 300 streikende Journalisten demonstrierten am Mittwoch in Essen.
Etwa 300 streikende Journalisten demonstrierten am Mittwoch in Essen.
Foto: WAZ FotoPool
Der Tarifstreit zwischen Tageszeitungsredakteuren und Verlegern ist beendet. Am frühen Donnerstmorgen verkündete der Deutsche Journalisten Verband die Einigung. Demnach habe sich der DJV gegen Dumping-Tarifverträge erfolgreich gewehrt.

Hamburg. Die Journalistinnen und Journalisten hin Deutschland haben sich mit ihren monatelangen Streiks erfolgreich gegen Dumping-Tarifverträge gewehrt, meldet der Deutsche Journalisten Verband. Am Donnerstagmorgen um 6 Uhr stand das Ergebnis der zehnten Tarifrunde der Tageszeitungen für rund 14.000 Redakteure in Hamburg fest. Der wichtigste Bestandteil sei die erfolgreiche Abwehr eines Dumping-Tarifvertrags für Berufseinsteiger und Jobwechsler, heißt es in einer Mitteilung des DJV. So werde es auch künftig nur ein Tarifwerk geben, was den Journalistenberuf weiterhin für junge Leute interessant macht.

Bei den von Verlegern geforderten Tarifeinbußen haben die Gewerkschaften lediglich ein Zugeständnis gemacht. Dieser Kompromiss bezieht sich auf Verlage in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Hier können die Sonderzahlungen der Redakteure höchstens zweimal um maximal ein halbes Monatsgehalt abgesenkt werden. Die Gegenleistung: Die Arbeitsplätze der Kollegen sind im Jahr der Absenkung und im Folgejahr vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt, so der DJV.

Gehaltstarifvertrag bis 2013

Nach Angaben der Gewerkschaft erhalten die Redakteure zum 1. Oktober 2011 und zum 1. Februar 2013 eine Einmalzahlung von jeweils 200 Euro. Am 1. Mai 2012 steigen die Gehälter linear um 1,5 Prozent. Die Honorare der freien Journalisten sollen demnach zum 1. Oktober 2011 und zum 1. August 2012 um jeweils zwei Prozent angehoben werden. Der Gehaltstarifvertrag soll bis 31. Juli 2013 laufen.

Außerdem sei vereinbart worden, den Manteltarifvertrag unverändert wieder in Kraft zu setzen, erklärte der DJV. Er ist frühestens zum 31. Dezember 2013 wieder kündbar, genauso wie die Altersversorgung. Von den Verlegern geforderte niedrigere Tarife für Berufseinsteiger wird es vorerst nicht geben.

BDZV-Verhandlungsführer Werner Hundhausen erklärte nach der Einigung, mit der Tarifeinigung hätten die Verlage nun "Planungssicherheit". DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring bezeichnete das Tarifergebnis als "annehmbaren Kompromiss zum Erhalt des Flächentarifvertrags". Die Verhinderung des "Dumping-Tarifvertrags" für Berufseinsteiger und Jobwechsler sei ein voller Erfolg. Allein am Mittwoch hatten sich nach DJV-Angaben in mehreren Bundesländern über 2000 Journalisten an Streiks beteiligt. (we/afp)