„Der Flughafen schafft Arbeitsplätze“

Frank Preuß

Düsseldorf.  Düsseldorfs neuer Flughafenchef Thomas Schnalke (53) sieht die Bedeutung des Airports für die Region nicht ausreichend gewürdigt: Er will an einer Imageverbesserung des Flughafens arbeiten. „Wir spielen eine immense Rolle für das Entstehen von Arbeitsplätzen“, sagte er gestern. So sei zum Beispiel die „Airport City“ auf dem Gelände mit Dutzenden Unternehmen „nicht so enorm gewachsen, weil hier immer die Sonne scheint“.

Das Ruhrgebiet und selbst Düsseldorf hätten deutlich mehr Arbeitslose als der Bundesdurchschnitt, sagte Schnalke. Umso wichtiger sei es, dass der Flughafen seinen Verkehr weiterentwic­keln könne. Ein Antrag, an acht Stunden des Tages künftig 60 statt 47 Flüge pro Stunde abwickeln zu dürfen, liegt beim NRW-Verkehrsministerium. Entscheidung: nicht vor Mitte 2017. Widerstand wegen der Sorge um wachsende Lärmbelästigung kommt aus umliegenden Städten.

Schnalke wies darauf hin, dass die neuen Verbindungen nach Singapur, Hongkong, Peking und Tokio von gewaltiger Bedeutung für die Wirtschaft seien und durchaus auch für Urlauber. Weitere Ziele in China und auch Indien stehen auf seiner Wunschliste. New York werde mittlerweile dreimal täglich angesteuert, die Emirates verdoppeln ihre Flüge ins Drehkreuz Dubai und setzen seit gestern einen zweiten Airbus A 380 ein. „Wir haben uns zum Netzflughafen weiterentwickelt und sind auf der Weltkarte angekommen“, so Schnalke. Man brauche aber „Wellen von Zubringerflügen“, um diese Maschinen auszulasten. Jeder vierte Passagier auf einem Langstreckenflug sei Umsteiger. „Auf einzelnen Flügen sind es sogar 40 Prozent.“

Dass eine noch engere Taktung der Flüge letztlich am Abend zu noch mehr Verspätungen und damit zu noch mehr Verstößen gegen das Nachtflugverbot führt, sieht Schnalke nicht: „Wenn wir die beiden Bahnen endlich flexibler nutzen dürfen, können wir Verspätungen über Tag besser abbauen.“

Seit 2001 im Unternehmen

Thomas Schnalke sitzt seit 2001 in der Geschäftsführung des Unternehmens und löste gestern Ludger Dohm (57) an der Spitze ab. Dohm war vor allem Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) zu defensiv aufgetreten in der Vermarktung des Flughafens, daher die Trennung vor vier Tagen. Dohm hatte unter anderem einen überraschenden Angriff von Lufthansa-Chef Carsten Spohr zur Gebührenpolitik unkommentiert gelassen. Das soll sich ändern. Schnalke: „Erstens möchte ich so einen Vorwurf nicht mehr öffentlich hören, zumal er nicht stimmt. Und zweitens bleibt nichts mehr unwidersprochen.“