DB Regio sichert sich Millionen-Aufträge für Regionalverkehr

Kai Wiedermann
Eine Regionalbahn der DB Regio auf der Strecke RB51. Die Bahn-Tochter hat sich weitere Linien langfristig gesichert.  Foto: Blaszczyk
Eine Regionalbahn der DB Regio auf der Strecke RB51. Die Bahn-Tochter hat sich weitere Linien langfristig gesichert. Foto: Blaszczyk
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Bereits Mitte Januar hatte die Deutsche-Bahn-Tochter DB Regio den Zuschlag für den Betrieb der Regionallinien RE2 und RB42 bekommen. Jetzt siegte sie auch im Wettbewerb um die S-Bahn-Linien 5 und 8 zwischen Hagen, Dortmund und Mönchengladbach. Noch bis Sonntag kann die Konkurrenz Einspruch einlegen.

Essen. Nachdem die Deutsche-Bahn-Tochter DB Regio bereits im Januar den Zuschlag zum künftigen Betrieb der Regionalexpress-Linien RE2 und RB42 bekommen hat, steht dem Staatsunternehmen ein weiterer Millionen-Auftrag ins Haus. DB Regio hat auch die Ausschreibung der S-Bahn-Linien 5 (Hagen-Dortmund) und 8 (Hagen-Mönchengladbach) gewonnen und sich gegen zwei Konkurrenten durchgesetzt. Die Bahn verspricht neue Züge mit Komfort und Toiletten.

„Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) beabsichtigt die Leistung ab Dezember 2014 durch die DB Regio durchführen zu lassen.“ Diese habe das wirtschaftlichste Angebot vorgelegt, heißt es in einer Mitarbeiter-Information. Weder DB Regio, noch VRR oder Bahn-Konkurrenten wollten sich auf Anfrage dazu äußern. Grund: Die Frist für einen möglichen Einspruch endet erst am Sonntag.

Die Linien S5 und S8 umfassen eine Leistung von jährlich 3,6 Millionen Zugkilometern und werden auch bisher von der Deutschen Bahn betrieben. Laut gültigem Vertrag bekam sie bisher im Schnitt rund zehn Euro pro gefahrenem S-Bahn-Kilometer. S5 und S8 haben für den Staatskonzern einen Wert von mehr als 35 Millionen Euro pro Jahr. Das Umsatzvolumen ab 2014 blieb offen. Wie wichtig DB Regio der Zuschlag ist, lässt sich aus der Mitarbeiter-Information ablesen: „Wir sind stolz auf unser Angebot und auf die Mannschaft, die es zustande-gebracht hat!“ Der Preisunterschied zu Konkurrent Abellio soll nur wenige Cent pro Kilometer betragen haben.

Neue Züge mit Toilette

Bereits am 11. Januar hatte DB Regio den Auftrag für die Linien RE2 (Münster-Essen-Düsseldorf) und RB42 (Münster-Essen) bekommen. Ab 2016 wird RB42 als RE42 über Duisburg bis nach Mönchengladbach verlängert. Hier beträgt die jährliche Leistung 3,8 Millionen Zugkilometer in Gebieten von VRR und Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe.

Die europaweiten Verfahren für Regionalexpress- und S-Bahn-Linien waren 2011 eingeleitet worden. Zuvor hatte der Bundesgerichtshof (BGH) die Vergabe ohne Ausschreibung gekippt. 2009 hatten sich VRR und Bahn rechtswidrig darauf geeinigt, die Linien bis zum Jahr 2023 von DB Regio betreiben zu lassen. Konkurrent Abellio hatte dagegen geklagt, sich später aber mit der Bahn unter der Hand zur Übernahme der S-Bahn-Linien einigen wollen. Dieses Geschäft wiederum unterband das Bundeskartellamt. Die Wettbewerbshüter begründeten dies mit dem Verdacht des strafbaren „Abkaufens von Wettbewerb“.

Nach Informationen dieser Zeitung hatten sich drei Bieter um den bis 2029 laufenden Betriebsvertrag für S5 und S8 beworben: DB Regio, Abellio sowie die Rurtalbahn. Auf den Linien sollen ab 2014 neue, mit Toilette ausgestattete Züge rollen. DB Regio investiert dafür 100 Millionen Euro.