Danone relativiert Werbung für Actimel und Activia

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Paris. Weil die angeblich gesundheitsfördernde Wirkung seiner Produkte Actimel und Activia nicht erwiesen ist, ändert der französische Nahrungsmittelhersteller Danone seine Werbung. Die Spots in Deutschland sollen dagegen unverändert bleiben.

Der französische Nahrungsmittelkonzern Danone ändert die Werbung für seine Joghurterzeugnisse Actimel und Activia. Danone ziehe zwei Anträge bei der Europäischen Lebensmittelaufsicht EFSA vorerst zurück, die die laut Firma gesundheitsfördernde Wirkung der Produkte offiziell bestätigen sollte, wie Finanzvorstand Pierre-André Térisse am Donnerstag mitteilte. Zugleich werde die Werbung in Europa weiter „angepasst“. Danone Deutschland ändert seine Werbung laut einem Sprecher nicht.

Finanzvorstand Térisse sagte bei der Vorstellung der Quartalszahlen in Paris, Danone habe seine beiden Dossiers bei der europäischen Behörde zurückgezogen, weil deren Vorgaben und Kriterien zur Kennzeichnung gesundheitsfördernder Erzeugnisse derzeit nicht „klar“ genug seien. Das Unternehmen wolle das von EFSA angekündigte Gespräch im Juni abwarten, bei dem es um die Modalitäten derartiger Anträge gehen solle. Bis dahin werde die Werbung für die beiden Produkte „in den europäischen Ländern weiter angepasst“. In Frankreich und Großbritannien hat der Konzern die Kampagne bereits geändert.

Werbung in Deutschland bleibt unverändert

Ein Sprecher von Danone Deutschland betonte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, das Unternehmen habe die Anträge bei der europäischen Aufsichtsstelle vorläufig zurückgezogen, an der Werbeaussage ändere sich dadurch aber nichts. „Was wir sagen, können wir beweisen, und wir stehen dazu“, sagte der Unternehmenssprecher. „Wir ändern in Deutschland die Werbung nicht.“

Das Unternehmen wirbt damit, dass eine „nur in Actimel enthaltene“ Joghurtkultur bei täglichem Verzehr - sowie „im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung und einer gesunden Lebensweise“ - helfe, die natürlichen Abwehrkräfte des Körpers „zu stärken“. Als sogenanntes „Functional Food“ könne der Trinkjoghurt eine ausgewogene Ernährung daher „sinnvoll unterstützen“, wie es auf der deutschen Internetseite des Unternehmens heißt.

„Ein großes probiotisches Märchen“

Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch hatte vor einem Jahr kritisiert, dass die Werbung von Danone „ein großes probiotisches Märchen“ sei. Der Trinkjoghurt stärke das Immunsystem nur ähnlich gut wie ein herkömmlicher Naturjoghurt, sei aber viermal so teuer und enthalte doppelt so viel Zucker. Bei einer Internetabstimmung der Organisation über den „Goldenen Windbeutel“ für die dreisteste Werbelüge des Jahres hatten die Teilnehmer den Joghurt auf Platz eins gewählt.

Danone hatte daraufhin erklärt, es sei in über dreißig wissenschaftlichen Studien belegt, dass das Produkt die Abwehrkräfte aktiviere; nicht nur das hauseigene Forschungszentrum in Paris, auch unabhängige Forschungsinstitute hätten diese Studien erstellt. Dies bestritten die Verbraucherschützer auch nicht. Danone suggeriere dem Verbraucher jedoch, dass Actimel „als einziges Produkt“ die Abwehrkräfte stärke.

In Großbritannien hatte die Werbeaufsicht im Oktober mehrere Werbespots für Actimel im Fernsehen gestoppt, weil die Behauptungen des Lebensmittelkonzerns zur gesundheitsfördernden Wirkung nicht erwiesen seien. (afp)

 
 

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