Commerzbank muss Dresdner Bank Kapitalspritze geben

Foto: ddp

Frankfurt. Die angeschlagene Dresdner Bank braucht von der neuen Eigentümerin Commerzbank dringend frisches Geld. Die Commerzbank, die selbst staatliche Hilfe in Anspruch genommen hat, muss Milliarden zuschießen. Offenbar war die Eigenkapitalquote der Dresdner unter einen kritischen Wert gerutscht.

Die Commerzbank führt ihrer neuen Tochter Dresdner Bank vier Milliarden Euro zusätzliches Kapital zu. Einen entsprechenden Beschluss habe der Vorstand kürzlich getroffen, nachdem die Finanzzahlen der Dresdner Bank für 2008 fertiggestellt wurden, sagte ein Sprecher des Frankfurter Dax-Konzerns am Montag. Ende Februar war bekanntgeworden, dass die Dresdner Bank das vergangene Jahr mit einem Fehlbetrag von 6,3 Milliarden Euro beendete.

Der Kapitaltransfer erfolge aus eigenen Mitteln der Commerzbank, sagte der Sprecher. Externes Kapital benötige die Gruppe nicht. Der Schritt solle sicherstellen, dass die Kapitalquote der Dresdner Bank deutlich über vier Prozent liege. Ende 2008 habe die Quote bei rund vier Prozent gelegen. Die fusionierte Bank aus Commerzbank und Dresdner werde eine Kapitalquote von zehn Prozent haben. Die Aktie der Commerzbank büßte bis 9.30 Uhr 0,3 Prozent auf 2,26 Euro ein.

Kritische Eigenkapitalquote

Laut einem Medienbericht hatte die Eigenkapitalquote der Dresdner Bank Ende 2008 die gesetzliche Mindestanforderung unterschritten. Zahlen der Wirtschaftsprüfer KPMG, die auf der jüngsten Aufsichtsratssitzung vorgelegt wurden, hätten eine Quote von 3,7 Prozent ausgewiesen, 0,3 Prozentpunkte weniger als vorgeschrieben, wie das «Handelsblatt» unter Berufung auf mehrere Sitzungsteilnehmer berichtet. Die Bank hatte Ende Februar in einer Pressemitteilung «rund 4,0 Prozent» als vorläufige Größe genannt.

Die Kontrolleure hätten in der turbulenten Sitzung die Billigung des Jahresabschlusses 2008 verweigert, berichtet die Zeitung weiter. Als Konsequenz habe der Aufsichtsrat beschlossen, sich auf den 17. März zu vertagen und dann über die Bilanz zu entscheiden. Die Dresdner Bank, ihr bisheriger Eigentümer Allianz, die Commerzbank und KPMG wollten sich laut «Handelsblatt» nicht zu der Sitzung äußern. (ddp/ap)

Mehr zum Thema:

Fotostrecke: Die Horrorzahlen der Banken

 
 

EURE FAVORITEN