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Callcenter Tectum trennt sich von 378 Mitarbeitern im Revier

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Tectum - Gründer Küppers verkauft Firmenanteile / Gelsenkirchen Foto: Martin Möller / WAZ FotoPoo
Der Telefondienstleister Tectum baut 378 Jobs in Dortmund, Essen, Oberhausen und Gelsenkirchen ab. Tectum ist nach eigenen Angaben das größte Callcenter im Ruhrgebiet. Grund sei unter anderem der Verlust eines großen Auftraggebers. Ingesamt hat Tectum rund 3000 Mitarbeiter.

Dortmund. 

Der Telefondienstleister Tectum, nach eigenen Angaben größtes Callcenter im Ruhrgebiet, kündigt 378 Mitarbeitern. Dies seien notwendige Sanierungsschritte, teilte das Gelsenkirchener Unternehmen mit, das sich seit Dezember in einem „Schutzschirmverfahren“ – eine spezielle Art des Insolvenzverfahrens – befindet. Insgesamt zählt Tectum knapp 3000 Mitarbeiter.

180 Stellen bleiben bei Tectum noch in Dortmund

Am stärksten betroffen ist Dortmund. 228 Mitarbeiter von 408 verlieren dort ihren Arbeitsplatz. Zudem scheidet der Standort aus dem Sanierungsverfahren des Konzernverbundes von Tectum aus. Es werde versucht, das Callcenter mit 180 Mitarbeitern in einem gewöhnlichen Insolvenzverfahren fortzuführen.

Der größte Auftraggeber für den Standort Dortmund sei abgesprungen, so Tectum. Am zweitstärksten ist Gelsenkirchen mit dem Verwaltungssitz betroffen. Hier gehen 92 Stellen verloren, in Essen und Oberhausen sollen je 30 und 28 Arbeitsplätze wegfallen.

Entsetzen bei den Mitarbeitern

Rund 85 Prozent der Stellen blieben erhalten. Ziel sei es, „die Position der Tectum Group als einen der führenden Anbieter von Kommunikations-Dienstleistungen nachhaltig zu sichern“, sagte Sanierungsgeschäftsführer Georg Bernsau. Die Entscheidungen seien in Abstimmung mit dem Konzernbetriebsrat gefallen, für die Standorte gebe es Sozialpläne. Tectum ist seit 2001 im Geschäft mit Service-Hotlines oder Produktberatung und setzte 2010/11 100 Millionen Euro um.

Entsetzt reagiert man in Dortmund. „Das ist ein Schlag für die Stadt und die betroffenen Mitarbeiter. Noch im letzten Jahr haben wir über eine Erweiterung nachgedacht“, so der Vize-Geschäftsführer der städtischen Wirtschaftsförderung, Thomas Ellerkamp.