Brenntag-Gruppe eilt von Rekord zu Rekord

Frank Meßing

Mülheim.  Die Brenntag-Gruppe, Weltmarktführer in der Chemiedistribution, eilt beim Bruttoergebnis und Gewinn von Rekord zu Rekord. Am stärksten wuchsen die Mülheimer im vergangenen Jahr auf dem europäischen Markt, der sich in anderen Branchen eher behäbig entwickelt.

Bereinigt um Währungseffekte konnte die Brenntag ihr Ergebnis vor Abzug von Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) in Europa um 12,4 Prozent auf fast 336 Millionen Euro steigern. Weltweit verdiente der Konzern 726,7 Millionen Euro bei einem Umsatz von etwas mehr als zehn Milliarden Euro. Vom guten Geschäft profitieren die Aktionäre des MDax-Konzerns. Die Dividende soll auf 90 Cent pro Aktie angehoben werden.

„Wir haben in Europa eine starke Marktstellung. Die Kunden honorieren, dass wir einheitliche Lieferstrukturen aufgebaut haben“, sagte Brenntag-Finanzvorstand Georg Müller gestern bei der Vorlage der Bilanz.

Die Brenntag beliefert Unternehmen weltweit mit Chemikalien, die sie bei den Herstellern einkauft. In eigenen Lagern werden die Mengen abgemessen, die Kunden bestellen. Nach Angaben von Vorstandschef Steve Holland sucht die Brenntag ihre Kunden 25 000-mal pro Woche auf. Sie können unter 10 000 Produkten wählen. Für 2017 plant die Brenntag den Umzug vom Stinnes-Hochhaus an der A 40 in Mülheim ins Gruga-Carée nach Essen. Der Vertrag mit dem Projektentwickler Hochtief sei aber noch nicht unterschrieben, sagte Müller. „Essen ist das Tor zum Rest der Welt“, schwärmte Brenntag-Chef Holland. In der neuen Zentrale sollen 650 Menschen arbeiten können. In Mülheim sind es bislang 550.