Braunkohle bleibt umstritten

Rund 10 000 Menschen arbeiten im rheinischen Tagebau und den Braunkohlekraftwerken, die Debatte um einen Ausstieg hat deshalb immer auch eine soziale Dimension. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) würde gern im Rahmen ihres Klimaschutzplans 2050 über einen früheren Ausstieg reden, die Grünen in NRW auch, ihr sozialdemokratischer Koalitionspartner nicht.

NRW-Wirtschaftsminister Duin sagte, Kohle- und Gaskraftwerke würden noch sehr lange gebraucht. Wer sie betreibe, verdiene damit derzeit aber kein Geld. Deshalb müsse man neben dem Klimaschutz auch an die Versorgungssichereit und die Bezahlbarkeit des Stroms denken.

Grünen-Politiker Priggen warnte davor, das Thema aufzuschieben. Er fordert, einen Ausstieg aus der Braunkohle „ohne soziale Verwerfungen“ zu organisieren. Dabei sei für ihn gar nicht entscheidend, „ob der letzte Block 2035 vom Netz geht“, sondern vielmehr, dass der Betrieb der Kraftwerke stetig gesenkt werde.

RWE-Manager Schmitz erwiderte, das hänge allein davon ab, ob die Netze künftig den heute im Überfluss produzierten Ökostrom aufnehmen könnten oder der Durchbruch in der Speichertechnologie gelinge. Bis dahin brauche man konventionellen Grundlaststrom. Und weil es „Unsinn“ sei, neue Gaskraftwerke zu bauen, die dann doch nicht laufen, könne man besser alte Kraftwerke zur Absicherung nutzen.

Die Braunkohle-Lagerstätten reichten noch bis 2045 oder länger. Entscheidend sei aber, wie oft die Kraftwerke künftig noch laufen und wie das vergütet werde. Dieses Thema müsse man klären, sagte Schmitz, die Zeit dafür sieht er aber erst „nach der Bundestagswahl“.

 
 

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