Börse: Mann wacht auf und hat plötzlich neun Millionen Euro Schulden

Ein Mann aus Kanada hat mit Öl an der Börse gehandelt. Als er am nächsten Morgen nachschaut, hat er plötzlich neun Millionen Dollar Schulden. (Symbolbild)
Ein Mann aus Kanada hat mit Öl an der Börse gehandelt. Als er am nächsten Morgen nachschaut, hat er plötzlich neun Millionen Dollar Schulden. (Symbolbild)
Foto: dpa

Es ist der Traum, den viele Menschen während der Corona-Krise verfolgten: Günstig Aktien an der Börse einkaufen, um sie dann nach der Krise teuer wieder verkaufen zu können. So hat es auch ein Mann aus Kanada versucht, er kaufte Öl ein. Und ist damit mächtig auf die Nase gefallen.

Denn der Rohölpreis sinkt seit Monaten, durch das Coronavirus brachen die Abnehmer weg, es gab Öl im Überfluss. An der Börse bedeutete das: Der Ölpreis ist auf einen historischen Niedrigwert gesunken.

Kanadier handelt Öl an der Börse und tappt in üble Falle

Der Kanadier sah seine Chance gekommen, er kennt sich mit der Börse aus, verdient seinen Lebensunterhalt damit. Nun kaufte er mehrere Hunderte sogenannte Kontrakte Öl zu einem Spottpreis von gerade einmal einem Cent. Es hätte vollkommen ausgereicht, wenn der Preis wieder auf einen Dollar gestiegen wäre und er wäre reich geworden. Stattdessen hat er über Nacht neun Millionen Dollar Schulden gemacht, berichtet der Focus.

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Das Problem: Öl-Kontrakte sind Termineverpflichtungen. Darin verpflichtet sich ein Verkäufer, dem Käufer eine bestimmte Menge Öl zu einem bestimmten Termin und Preis zu liefern. Meistens werden Kontrakte in Größenordnungen von 1000 Barrel pro Vertrag gehandelt. Und niemand der Händler hat wirklich Öl zum Verkaufen. Eigentlich werden die Kontrakte zu höheren Preisen dann später an echte Öl-Händler wieder verkauft.

Allerdings gibt es jeden Montag einen Stichtag, zu dem die Händler ihre Kontrakte verkauft haben müssen, sonst müssen sie wirklich Öl liefern oder annehmen.

Stichtag wurde zum Problem für den Händler

Als der Kanadier so günstig Öl-Kontrakte kaufte, war so ein Stichtag. Wegen der Corona-Krise blieben viele Händler auf dem Öl sitzen und mussten es noch rechtzeitig loswerden, darum wurde es so günstig gehandelt, so der Focus.

Wegen eines Computerfehlers brach irgendwann an diesem Tag das System zusammen, der Kanadier hätte sein Öl also gar nicht mehr verkaufen können.

Als er am nächsten Tag aufwachte, wurde ihm eine Forderung von neun Millionen Dollar angezeigt, da der Stichtag abgelaufen war.

Betreiber der Plattform übernimmt die Schulden komplett

Der Betreiber der Plattform hat allerdings die Schuld komplett auf sich genommen und dem Kanadier als auch allen anderen Händlern, die nun eine hohe Forderung begleichen mussten, finanziell geholfen. Insgesamt sind durch den Computerfehler 109,3 Millionen Dollar Forderungen eingegangen.

Für den Betreiber der Plattform ist das kein Problem, sein Vermögen wird auf rund 15 Milliarden Dollar geschätzt. (fb)

 
 

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