Beliebt wie nie – Warum viele Kunden Fertiggerichte kaufen

Mit diesen 5 Tipps erkennt man, ob Lebensmittel noch genießbar sind

Woran erkennt man, ob Lebensmittel noch haltbar sind? 5 Tipps helfen dabei, schlechte Nahrungsmittel auszusortieren.

Woran erkennt man, ob Lebensmittel noch haltbar sind? 5 Tipps helfen dabei, schlechte Nahrungsmittel auszusortieren.

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Fertiggerichte sind beliebt wie nie. Dabei sind den Verbrauchern eigentlich Gesundheit und Geschmack wichtig. Wie passt das zusammen?

Bremerhaven/Hamburg.  Wer in einen Supermarkt geht, wird häufig bereits am Eingang mit einer riesigen Auswahl an fertigen Speisen zum Mitnehmen begrüßt: Obstsalat, Wraps, Suppen und Sushi liegen in Kühltheken. Und in der Konservenabteilung warten Gulaschsuppen und Königsberger Klopse. Im Tiefkühlregal liegen Pizzen, Fischstäbchen und Thai-Gemüsepfannen.

Das Angebot der Hersteller wird größer, und die Verbraucher greifen häufiger zu. „Der Trend zu Fertiggerichten hält an“, sagt Wolfgang Adlwarth von der Deutschen Gesellschaft für Konsumforschung. Stark wachsend sei vor allem die Nachfrage nach Produkten zum sofortigen Verzehr, sogenannten Convenience.

Verbraucher wollen Zeit sparen

Der Grund dafür aus Sicht des Experten Adlwarth: Die Menschen haben wenig Zeit und sind viel unterwegs. „Sie sind froh, wenn sie Zeit sparen können und das nicht zulasten des Geschmacks und der Gesundheit geht.“ Frische Snacks scheinen dafür genau das Richtige zu sein.

Beliebt sind auch fertige Speisen wie Pfannkuchen oder komplette Menüs aus dem Kühlregal, die Auswahl wächst ebenfalls. Dabei folgen die Hersteller längst dem Trend zu veganen, laktosefreien und glutenfreien Angeboten. Auch der Absatz von Mahlzeiten aus dem Eisfach steigt: Nach Angaben des Deutschen Tiefkühlinstituts lag 2017 der Pro-Kopf-Verbrauch von TK-Produkten bei 46,3 Kilo. Zehn Jahre zuvor waren es 38,1 Kilo.

Auch Ergebnisse einer Forsa-Umfrage für den „Ernährungsreport 2017“ bestätigen diese Entwicklung. 41 Prozent der Befragten gaben an, gerne mal eine Tiefkühlpizza oder eine andere Fertigmahlzeit zu essen. 2015 waren es nur 32 Prozent. Der Fertiggerichte-Hersteller Buss aus dem niedersächsischen Ottersberg hat eine Produktlinie im Programm, deren Namen den Erfolg industriell hergestellter Imbisse erklären kann: „Freizeitmacher“. Mit anderen Worten: Wer nicht selbst schnibbelt und brät, hat mehr Zeit für andere Dinge.

Gekocht wird häufig nur am Wochenende

Konsumforscher Adlwarth führt den Trend zu Convenience auch darauf zurück, dass sich der Lebensstil der Menschen verändert hat. Es gebe immer mehr Ein- oder Zwei-Personen-Haushalte, feste Strukturen seien selbst in Familien nicht mehr Standard. „Eltern und Kinder kommen zu unterschiedlichen Zeiten nach Hause, gemeinsame Mahlzeiten sind nicht mehr üblich“, sagt Adlwarth. Gekocht wird vornehmlich nur noch am Wochenende, dann aber gerne aufwendig: „Edelkochen ist im Trend“, sagt er.

„Am Wochenende wird gerne in Gemeinschaft das Frischeste vom Frischesten zelebriert“, sagt Alfred Jansen, Sprecher des Hamburger Tiefkühlkost-Herstellers Iglo. In der Woche Fertiggericht, am Wochenende exklusives Drei-Gang-Menü. „Es gibt nicht entweder oder, sondern ein sowohl als auch“, sagt Jansen.

Auch der demografische Wandel führt zu einer größeren Nachfrage nach Fertiggerichten. Ältere, alleinlebende Menschen wollen nicht kochen oder können es nicht mehr. Bei den Jüngeren mangelt es ebenfalls mitunter an der Fähigkeit. „Sie stehen vorm Regal und wissen nicht, was sie kaufen sollen“, sagt Monika Wilhelm, Geschäftsführerin der Dr. Rainer Wild-Stiftung in Heidelberg, die sich der gesunden Ernährung widmet. „Oder sie denken, fürs Kochen brauche ich so lange.“ Dann folge der Griff zum Fertigfood.

Fertigprodukte enthalten mehr Salz und Fett als Selbstgekochtes

In einer Umfrage für den „Ernährungsreport 2018“ des Bundeslandwirtschaftsministeriums gaben fast alle Befragten an, dass ihnen beim Essen neben dem guten Geschmack auch der Gesundheitsaspekt wichtig sei. „Die Verbraucher wollen hochwertige Produkte, ohne Zusatzstoffe“, sagt Alfred Jansen von Iglo.

Die Erfahrung hat auch Konkurrent Frosta aus Bremerhaven gemacht. Das Unternehmen wirbt für seine Eigenprodukte damit, komplett auf Geschmacksverstärker, Farbstoffe und Aromen zu verzichten. „Der Anspruch ans Essen steigt“, sagt Frosta-Vorstand Hinnerk Ehlers.

Ernährungswissenschaftlerin Monika Wilhelm warnt jedoch davor, sich dauerhaft von Fertigmenüs zu ernähren – auch wenn Hersteller noch so damit werben, wie gesund und vitaminreich sie seien. „Fertiggerichte sind nicht gleichwertig mit Selbstgekochtem“, sagt sie. „Sie haben mehr Salz und der Fettanteil ist höher.“ Beide Komponenten sorgen dafür, dass der Geschmack auch nach längerer Lagerzeit bestehen bleibt. Wilhelm empfiehlt, wenn es denn mal wieder schnell gehen soll: Lieber nur eine halbe Pizza essen und dazu Rohkost oder Salat. (dpa)

 
 

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