Beim Internet-Versandhaus Amazon brechen die Gewinne deutlich ein

Bei Amazon sind im Weihnachtsgeschäft die Gewinne eingebrochen. In Zukunft rechnet man sogar mit roten Zahlen.
Bei Amazon sind im Weihnachtsgeschäft die Gewinne eingebrochen. In Zukunft rechnet man sogar mit roten Zahlen.
Foto: reuters
Die Führungsetage des weltgrößten Internet-Versandhandels Amazon kann beim Blick auf die Zahlen des vierten Quartals nicht jubeln: Es gibt einen deutlichen Gewinneinbruch. Fürs erste Quartal 2012 rechnet das Unternehmen sogar mit roten Zahlen. Und das, obwohl der Tablet-PC Kindle Fire sehr oft über die virtuelle Ladentheke gereicht wird.

San Francisco.. Das weltgrößte Internet-Versandhaus Amazon hat im vierten Quartal einen deutlichen Gewinneinbruch verbucht. Höhere Betriebskosten drückten den Nettogewinn im wichtigen Weihnachtsgeschäft auf 177 Millionen Dollar (135 Millionen Euro) oder 38 Cent je Aktie. Im Vorjahreszeitraum war noch ein Ergebnis von 416 Millionen Dollar oder 91 Cent je Aktie ausgewiesen worden.

Der Umsatz legte um 35 Prozent auf 17,4 Milliarden Dollar zu. Das lag unter den Erwartungen der Analysten von 18,3 Milliarden Dollar. Für das laufende Quartal rechnet Amazon mit einem Umsatz von 12 bis 13,4 Milliarden Dollar.

Der Analyst Mark Mahaney von Citi Investment Research bezeichnete das Amazon-Ergebnis als überraschend. Einbußen beim Gewinn seien erwartet worden. Angesichts der zuletzt positiven Verkaufszahlen des Onlinehandels sei der Umsatz aber geringer ausgefallen als vermutet.

Für das Gesamtjahr 2011 lag der Gewinn den Angaben zufolge bei 631 Millionen Dollar (480 Millionen Euro) - und damit deutlich unter den 1,15 Milliarden Dollar (874 Millionen Euro) im Jahr zuvor. Der Umsatz hingegen stieg von 34,2 Milliarden Dollar (26 Milliarden Euro) auf 48,1 Milliarden Dollar (36,6 Milliarden Euro). Die New York Times (NYT) wertete die Erlöse von Amazon als "enttäuschend" und "leichten Schlag zurück auf dem Weg zur weltweiten Dominanz".

Tablet-PC-Verkäufe "sehr ermutigend"

Die Verkaufszahlen für den Kindle Fire hätten sich gegenüber dem vierten Quartal 2010 verdreifacht, teilte Amazon mit. Der Tablet-PC, der insbesondere den Absatz digitaler Bücher fördern soll, war nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden Jeff Bezos sowohl in Europa als auch in den USA das meist verkaufte Produkt des Unternehmens. Erste Erkenntnisse aus dem Ausgabeverhalten der Kunden seien "sehr ermutigend", heißt es.

Das Unternehmen hält es zudem für möglich, im ersten Quartal operativ einen Verlust von bis zu 200 Millionen Dollar zu schreiben. Aber auch ein Gewinn von 100 Millionen Dollar sei denkbar, teilte Amazon am Dienstag nach US-Börsenschluss mit. Das verschreckte Anleger. Die Aktie fiel 9,5 Prozent.

 
 

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