Banken und Fonds investieren mehr in Atomwaffen-Hersteller

Eine ballistische Interkontinentalrakete ohne Sprengkopf wird bei einem Test vor der Küste des US-Bundesstaates Florida abgefeuert.
Eine ballistische Interkontinentalrakete ohne Sprengkopf wird bei einem Test vor der Küste des US-Bundesstaates Florida abgefeuert.
Foto: John Kowalski / dpa
Finanzinstitute investieren immer mehr in Firmen, die Atomwaffen produzieren. Darunter sind auch deutsche Banken, zeigt eine Studie.

Genf/Berlin.  Die Investitionen von Banken und Fonds in die Produzenten von Atomwaffen haben 2017 einer Studie zufolge um 18 Prozent zugenommen. So flossen 525 Milliarden Dollar (424 Milliarden Euro) in Konzerne wie Boeing, Lockheed Martin, Northrop Grumman oder General Dynamics, wie eine am Mittwoch vorgelegte Untersuchung der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) ergibt.

Ingesamt hätten 329 Banken, Versicherungen, Pensionsfonds und Vermögensverwalter aus 24 Ländern signifikant Geld in die 20 größten Unternehmen gepumpt, die an der Produktion von Atomwaffen beteiligt sind. Von den zehn größten Investoren stammen alle aus den USA, angeführt von Blackrock, Capital Group und Vanguard.

Auch Deutsche Bank taucht in Bericht auf

Die Deutsche Bank, die in dem ICAN-Bericht ebenfalls genannt wird, verweist in einer Stellungnahme dazu auf ihre Geschäftsbeziehungen mit multinationalen Mischkonzernen: „Wenn mit diesen Geschäftsbeziehungen eingegangen werden, achten wir streng darauf, dass diese ausschließlich mit Bereichen des Konzerns erfolgen, die nichts mit ABC-Waffen sowie mit Streumunition, Landminen etc. zu tun haben.“ Unter ABC-Waffen fallen neben atomaren auch biologische und chemische Kampfstoffe.

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Zugleich schlossen 2017 dem Bericht zufolge 22 Investoren jegliche finanzielle Beteiligung an Atomwaffen-Herstellern aus, während es 2016 noch 18 waren. Zu den neuen Verweigerern gehören der staatliche Pensionsfonds Norwegens, Future Super aus Australien, Green Century aus den USA und die dänische MP Pension.

Der Bericht untersuchte die Beteiligung von Firmen in die Produktion von Komponenten für das Atomwaffen-Arsenal der USA, Frankreichs, Indiens und Großbritanniens. Die Instandhaltung und Modernisierung der Atomwaffen von China, Nordkorea, Israel, Pakistan und Russland wird dem Bericht zufolge nicht von Privatfirmen, sondern fast komplett von der jeweiligen Regierung übernommen. (rtr)

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