Aussichten deutlich positiver als noch im Herbst

Arnsberg..  Die fast auf Null geschrumpfte Inflation im Euroraum verschafft den Arbeitgebern bei der am kommenden Donnerstag in Siegen beginnenden Tarifrunde in der Metallindustrie eine günstigere Ausgangsposition. „Die Lage mit der Inflation ist neu, wir werden das in die Verhandlungen einbringen“, sagte Egbert Neuhaus, Vorsitzender des Unternehmensverbandes Westfalen-Mitte, bei der Vorstellung der jüngsten Konjunkturumfrage.

„Mit 0,2 Prozent haben wir im Euroraum fast keine Inflation mehr“, meinte Neuhaus, „damit fällt Punkt 1 der Forderungsformel der IG Metall weg.“ Üblicherweise setzen die Gewerkschaften ihr Forderungspaket aus Inflationsausgleich, Produktivitätsfortschritt und Umverteilungskomponente zusammen. „Ich bin gespannt auf die erste Verhandlungsrunde“, so der Verbandsvorsitzende. Neben der Lohnerhöhung sind noch Regelungen zur Altersteilzeit und zur Weiterqualifizierung der Arbeitnehmer strittig.

Neue Rahmenbedingungen

Die Unternehmen im Verbandsgebiet, das vom Sauerland bis ins westliche Münsterland reicht, schauen deutlich positiver in die Zukunft als noch im Frühherbst. Das liegt zum Teil an den veränderten Rahmenbedingungen. Der deutliche Rückgang des Ölpreises um 20 bis 30 Prozent und der die Ausfuhren nach Übersee verbilligende immer schwächer werdende Euro sind nach Neuhaus’ Ansicht „ein riesiges Konjunkturpaket für die Region“. Zurzeit betrage der Preis für ein Fass Öl rund 50 Dollar, aber der saudische Ölminister habe angedeutet, dass auch 20 Dollar keine Utopie mehr seien. Dazu komme der Eindruck, dass es einigen Krisenländern in Südeuropa wieder besser gehe.

Die Mehrheit (70 Prozent) der 132 befragten Unternehmen mit rund 29 000 Beschäftigten geht daher der Umfrage zufolge mit positiven Erwartungen ins neue Jahr, was Erträge, Beschäftigung und Investitionen angeht. Ausnahmen gebe es vor allem im Maschinenbau und bei Firmen mit starkem Russland-Geschäft, so Neuhaus.

Schwelende Konflikte

Weiter schwelende Kriege und Krisen in der Ukraine und Nahost seien daher die größte Gefahr für die Konjunktur. Dazu komme die Angst vor islamistischen Attentaten auch in Deutschland. „Wir können nur hoffen, dass nicht alles zusammenkommt.“

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