Audi will bis 2020 in jeder Modell-Reihe ein Elektro-Auto anbieten

Lothar Petzold
Der Ingolstädter Autohersteller Audi baut seine technischen Kompetenzen rund um die Batterie-Technologie aus. Die Geschäfte der VW-Tochter brummen. In diesem Jahr sind 18 Markteinführungen geplant.

Ingolstadt. Audi steht unter Hochspannung. Bei Umsatz, Absatz und Gewinn purzeln die Rekorde. Jetzt baut der Automobilbauer seine technischen Kompetenzen rund um die Batterie-Technologie aus, um auch bei der Elektromobilität weiter vorne mitzufahren. Am Vorabend der 123. Ordentlichen Hauptversammlung wurde das „Projekthaus Hochvolt-Batterie“ in Gaimersheim bei Ingolstadt eröffnet. Hier wird rund um die Lithium Ionen-Batterie geforscht, entwickelt und erprobt. Ein Sprecher: „Wir wollen Fahrzeug und Batterie perfekt aufeinander abstimmen.“

Perfekt läuft derzeit das Geschäft. Audi-Vorstandschef Rupert Stadler nannte vor den Aktionären Zahlen: Bis April wurden mehr als 471 000 Automobile ausgeliefert (+11,7 Prozent). Mit 1,4 Milliarden Euro verbesserte Audi sein Operatives Ergebnis im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 26,6 Prozent. Eine Umsatzrendite von 11,4 Prozent. Die Umsatzerlöse stiegen um 17,8 Prozent auf 12,4 Milliarden Euro.

Neues Werk in Mexiko

Um das hohe Tempo auch in Zukunft halten zu können, wird ein neuer Produktionsstandort in Mexiko errichtet. Ab 2016 soll dort der Audi Q5 für den weltweiten Markt gefertigt werden. Außerdem will Audi mit seinem Joint Venture Partner FAW in China an einem zweiten Standort im Süden des Landes fertigen.

In diesem Jahr plant der Autobauer insgesamt 18 Markteinführungen, unter anderen den neuen A3. Insgesamt will Audi im Gesamtjahr 2012 die Auslieferungen steigern. Damit sollen auch die Umsatzerlöse zulegen. Im Jahr 2011 hatte die Marke mit den vier Ringen 1,3 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert. Der Umsatz lag bei 44,1 Milliarden Euro, das Operative Ergebnis bei 5,3 Milliarden Euro.

Und weil das Geschäft so gut läuft, werden in diesem Jahr allein in Deutschland 2000 neue Mitarbeiter eingestellt.

Zu den Spekulationen um den Umbau des Vorstandes des Audi-Konzern, bei denen Vertriebs-Vorstand Peter Schwarzenbauer durch Luca de Meo und Technik-Vorstand Michael Dick durch Wolfgang Dürkheimer ersetzt werden sollen, gebe es „keine Entscheidungen, erklärte Vorstandschef Stadler vor den Aktionären. In Firmenkreisen wird hingegen damit gerechnet, dass diese Personalien aber in dieser Art und Weise in den nächsten Wochen durchgezogen werden.

Ein Elektroauto in jeder Modellreihe geplant

Besonderes Augenmerk legt Audi auf die Elektromobilität. Bis zum Jahr 2020 sollen in jeder Modellreihe ein Elektroauto angeboten werden. Bereits jetzt laufen der A3 e-tron und der A1 e-tron als Versuchsträger. Q5, A6 und A8 werden schon heute als Hybrid-Fahrzeuge angeboten. Diese Fahrzeuge haben sowohl einen Elektro- wie auch Benzinmotor sowie eine große Batterie.

Technik-Vorstand Michael Dick: „Das neue Projekthaus Hochvolt-Batterie ist für unser Unternehmen ein weiterer großer Schritt in die Elektromobilität.“ Die Elektrifizierung des Automobils hat erhebliche Auswirkungen auf den Produktionsprozess. Die enge Zusammenarbeit im Projekthaus soll dazu beitragen, den Weg zu einer effizienten und nachhaltigen Serienfertigung von Elektroautomobilen zu bereiten. Audi stellt an die Batteriesysteme hohe Anforderungen. Es muss leicht und kompakt sein und dabei möglichst viel Energie bereitstellen. Es muss etwa zehn Jahre, Tausende von Ladevorgängen und rund 160 000 Kilometer Fahrleistung überstehen, ohne nennenswert an Leistungsfähigkeit zu verlieren.