Audi ist in China ein starker Kämpfer

Foshan.  Kämpfen hat im südchinesischen Foshan eine lange Tradition. Schließlich steht hier die Wiege des südchinesischen Kung Fu. Die Vorfahren von Hollywood-Legende Bruce Lee haben hier gelebt. Der erfolgreiche Fighter hat hier trainiert und feierte weltweit Filmerfolge. Jetzt will auch Audi von Foshan aus kämpfen. Zwar ist die Marke mit den vier Ringen aus Ingolstadt Marktführer im Premiumsektor im Reich der Mitte, aber, so Audi-Chef Stadler, „das neue Werk in Foshan soll nochmals neue Impulse geben“.

Seit 25 Jahren agiert Audi bereits in China. Als erste Premiummarke hatte man den Sprung auf den chinesischen Markt gewagt. Gestern wurde dieses Jubiläum, wozu diese Zeitung von Audi eingeladen war, mit 2000 Gästen in Foshan gefeiert. Wie boomartig der Markt gewachsen ist, verdeutlichen die Verkaufszahlen: Erst 2010 feierte der Autohersteller die Auslieferung des einmillionsten Automobils in China. Innerhalb von nur drei Jahren komplettierte Audi nun die zweite Million. Mit in diesem Jahr rund 450 000 Fahrzeugen ist China damit der wichtigste Einzelmarkt – deutlich vor Deutschland.

Und die Chancen für weiteres Wachstum stehen gut – was auch für die anderen deutschen Premiumhersteller gilt. In China kommt auf rund 1000 Einwohner ein Fahrzeug. In Deutschland sind es mehr als 500. Zudem hat der chinesische Staat in seinem Fünf-Jahres-Plan ein deutliches Wirtschaftswachstum in dem noch ökonomisch zurückhinkenden Zentral- und West-China avisiert. So entstanden im vergangenen Jahr allein 12 300 Kilometer neue Autobahnstrecken. Über das Land verteilt gibt es mehr als 300 Städte mit über einer Million Einwohnern. In knapp der Hälfte ist Audi erst vertreten. Stadler: „Unser Verkaufsnetz wächst pro Woche um einen neuen Händler.“ So wollen die Ingolstädter in absehbarer Zukunft bis zu 700000 Autos pro Jahr in China verkaufen.

Auch weltweit läuft es gut

Aber auch weltweit läuft es für Audi gut. Bereits in diesem Jahr soll die Marke von 1,5 Millionen ausgelieferten Autos geknackt werden. Bis 2020 soll die Zwei-Millionen-Marke erreicht werden.

Indes hat sich in China die Käuferschicht geändert. Waren es zum Audi-Start in 1988 fast ausschließlich Behördenkunden und hochrangige Manager, die sich ein Premiumfahrzeug leisten und kaufen konnten, so haben die Privatkunden bereits heute die 90-Prozent-Marke überschritten. Zwei Drittel der Käufer sind Privatkunden, ein Drittel sind Frauen. Der Altersdurchschnitt der Kunden liegt bei Mitte Dreißig und mehr als ein Drittel sind Erstkäufer – die nach wie vor zu einem überwiegenden Teil ihr Auto bar bezahlen.

 
 

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