Ampeln an Schleusen in NRW wieder auf Grün, aber Verdi droht mit neuen Streiks

Die Schleusen sind vorerst wieder frei: Hier setzt ein Frachtschiff aus den Niederlanden an der Kanalschleuse in Gelsenkirchen seine Fahrt fort.
Die Schleusen sind vorerst wieder frei: Hier setzt ein Frachtschiff aus den Niederlanden an der Kanalschleuse in Gelsenkirchen seine Fahrt fort.
Foto: dpa
Die Kanalschleusen in NRW sind wieder geöffnet. Ein Ende des Arbeitskampfes ist aber nicht in Sicht. Denn kaum fließt der Schiffsverkehr wieder, droht Verdi schon mit der nächsten Streikwelle. Komme es nicht zu Tarifverhandlungen mit der Bundesregierung, wird wohl ab 20. August wieder gestreikt.

Düsseldorf/Duisburg. Die dritte Streikwelle an den Schleusen in Nordrhein-Westfalen ist nach knapp einer Woche beendet. Die Schleusenwärter nahmen am Freitagmorgen ihre Arbeit wieder auf, wie die Gewerkschaft Verdi berichtete.

Nach Angaben des Wasser- und Schifffahrtsamts in Duisburg lagen allein vor den vier Schleusen Duisburg-Meiderich, Friedrichsfeld, Datteln und Herne-Ost bis Freitagmorgen 142 Schiffe. Es werde den ganzen Tag dauern, bis sich der Schiffsverkehr normalisiere.

Die Schleusenwärter drohen bereits mit erneuten Arbeitsniederlegungen. Komme es nicht zu Tarifverhandlungen mit der Bundesregierung, würden die Streiks ab dem 20. August fortgesetzt, heißt es von Verdi.

Verdi sorgt sich um die Zukunft von 3000 Mitarbeiter

Bisher habe Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) nicht reagiert, sagte der zuständige Fachbereichsleiter von Verdi NRW, Michael Kötzing. "Es kam rein gar nichts." Die Gewerkschaft sorgt sich wegen einer Reform der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) um die Zukunft von 3000 der deutschlandweit 12.000 beim Bund beschäftigten Mitarbeiter.

Der Bundesverband der Deutschen Binnenschiffahrt (BDB) appellierte an die Tarifparteien, kompromissbereit zu sein und aufeinander zuzugehen. Leidtragende des zähen Konflikts seien vor allem die häufig familiengeführten Kleinunternehmen in der Binnenschifffahrt. Diese hätten wegen der wiederholten Streiks enorme Umsatzausfälle. Einige seien mittlerweile sogar in ihrer Existenz bedroht.

"Die Binnenschifffahrt hat nicht zuletzt durch die verheerende Hochwasserwelle im Juni 2013 bereits enorme Umsatzausfälle zu verzeichnen und ist nun auf einen reibungslosen Schiffsverkehr angewiesen", mahnte der Verband. (dpa)