Aldi zieht Notbremse: Großbäckerei muss schließen – 500 Mitarbeiter bangen um ihre Jobs

Die Gersthofer Backbetriebe sind vor dem Aus - Großabnehmer Aldi Süd war abgesprungen.
Die Gersthofer Backbetriebe sind vor dem Aus - Großabnehmer Aldi Süd war abgesprungen.
Foto: dpa

Gersthofen. Furchtbare Nachrichten für die 500 Mitarbeiter der Gersthofer Backbetriebe kurz vor Weihnachten: Die Großbäckerei macht dicht.

Ein Grund für das Aus: Der Großkunde Aldi Süd ist abgesprungen. Das bayerische Unternehmen hatte offenbar zu sehr auf den Discount-Riesen aus Mülheim gesetzt.

Aldi Süd und Bäckerei gehen getrennte Wege - Leitung hat sich verzockt

Völlig überraschend ist die Nachricht vom Aus nicht, die Gersthofer Backbetriebe straucheln schon seit geraumer Zeit.

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Dass Aldi und die Gersthofer Backbetriebe nun getrennte Wege gehen, ist nach Einschätzung der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) vor allem der Firmenleitung des bayrischen Unternehmens anzulasten.

„In letzter Zeit waren die Backbetriebe kein zuverlässiger Lieferant für Aldi“, sagte ein Gewerkschaftssprecher gegenüber der „Augsburger Allgemeinen“.

Erhalten Mitarbeiter keine Löhne für Dezember?

Demnach habe sich die Unternehmensspitze bei den Verhandlungen mit Aldi Süd regelrecht verzockt, indem sie offenbar zu selbstbewusst höhere Preise und längerfristige Lieferbeziehungen gefordert hatte. Jetzt sei nicht sicher, ob die Mitarbeiter überhaupt ihre Dezember-Löhne erhalten.

„Seit mehreren Jahren haben wir mit den Gersthofer Backbetrieben vertrauensvoll zusammengearbeitet“, so eine Sprecherin von Aldi Süd gegenüber DER WESTEN. „In den letzten Wochen haben wir in intensiven Gesprächen versucht, gemeinsam eine Lösung zu finden. Obwohl wir verschiedene Maßnahmen ergriffen haben, um die Zusammenarbeit fortzuführen, blieben unsere Bemühungen im Ergebnis leider ohne Erfolg.“

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Die Serafin Unternehmensgruppe, Eigentümerin der Gersthofer Backbetriebe, wies die Vorwürfe der NGG am Donnerstag zurück. Man werde 1,5 Millionen Euro auf ein Treuhandkonto überweisen, aus dem Topf würden die Gehälter bezahlt. Das berichtet der Bayerische Rundfunk.

Man sei sich der Verantwortung bewusst und habe eine unbürokratische Lösung erarbeitet, damit die Beschäftigten ihr Geld erhielten, so Serafin.

 
 

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