Aldi startet Bringdienst in USA und hält sich daheim zurück

Ein Werbeprospekt von Aldi in den USA mit dem Logo von Aldi. Der Lieferservice soll Ende August in Dallas, Atlanta und Los Angeles starten.
Ein Werbeprospekt von Aldi in den USA mit dem Logo von Aldi. Der Lieferservice soll Ende August in Dallas, Atlanta und Los Angeles starten.
Foto: Klaus Martin Höfer / imago/Klaus Martin Höfer
Lieferservice bei Aldi? In in den USA ist das bald möglich. In Deutschland hält sich der Discounter zurück – anders als die Konkurrenz.

Berlin.  Erst im Juni hatte Aldi angekündigt, in Nordamerika kräftig zu expandieren. In den kommenden fünf Jahren will der Lebensmitteldiscounter die Zahl seiner Filialen von 1600 auf 2500 erhöhen. Nun experimentiert der Konzern in den USA auch mit einem Lieferservice.

Wie der Sende ABC12 unter Berufung auf die Nachrichtenagentur AP meldet, will Aldi von Ende August an in Atlanta, Dallas und Los Angeles Lebensmittel nach Hause liefern. Die Online-Bestellung und Lieferung der Waren soll der Bringdienst Instacart übernehmen, der über eine Liefergebühr beteiligt wird. Hintergrund dürfte auch der scharfe Konkurrenzkampf mit Lidl sein. Der Discounter hat kürzlich in den USA die ersten neun Filialen eröffnet und plant bis zum kommenden Jahr 100 weitere Geschäfte entlang der Ostküste.

In Deutschland dagegen bieten weder Aldi Süd noch Aldi Nord einen Lieferservice. Diesen Markt teilt bislang die Konkurrenz unter sich auf:

Alle anderen großen Supermarktketten liefern bereits nach Hause

Aldis größter Konkurrent Lidl liefert an jede Adresse in Deutschland, einen Mindestbestellwert gibt es nicht. Die Liefergebühr beträgt bei normalen Einkäufen pauschal 4,95 Euro, die Lieferung dauert zwei bis drei Werktage. Jedoch werden im Onlineshop nur ausgewählte lange haltbare Lebensmittel angeboten. Lidl bietet testweise allerdings in Kochtüten auch frische Lebensmittel für einzelne Gerichte an.

Kaufland liefert ab einem Warenwert von 100 Euro gebührenfrei nach Hause, die ersten drei Bestellungen sind umsonst. Der Mindestbestellwert liegt bei 40 Euro, die Liefergebühren liegen zwischen 2,75 Euro und 4,75 Euro. Der Service ist nicht überall in Deutschland verfügbar. Kaufland gehört zur Schwarz-Gruppe – wie auch Lidl.

Netto liefert ab einem Bestellwert von 50 Euro gratis nach Hause, bei Bestellungen unter 50 Euro werden 4,95 Euro Gebühr fällig. Einen Mindestbestellwert gibt es nicht, die Lieferzeit variiert je nach Bestellung.

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Real verzichtet ebenfalls auf einen Mindestbestellwert, die Versandkosten variieren nach Artikelkategorie, Warenwert und Lieferadresse. Der Online-Shop für Lebensmittel befindet sich allerdings in einer Beta-Phase und liefert nur in bestimmte Regionen.

Edeka liefert Bestellungen über seinen Bringdienst Edeka24.de. Die Lieferung erfolgt deutschlandweit mit einem Paketdienst, die Lieferung dauert zwischen einem und drei Tagen und kostet pauschal 3,95 Euro. Ab einer Bestellung von 75 Euro liefert Edeka24 kostenfrei. Mit der Übernahme von Kaiser’s Tengelmann hat Edeka auch dessen Lieferservice Bringmeister.de geerbt.

Rewe liefert mit einem eigenen Bringdienst bis zur Haustür, das Lieferfenster lässt sich auf zwei Stunden genau festlegen. Der Service ist allerdings nicht überall verfügbar, vor dem Online.-Einkauf wird die Postleitzahl abgefragt. Der Mindestbestellwert liegt bei 40 Euro, die Liefergebühr beträgt je nach Umfang bis zu 5,95 Euro.

Bei Aldi lassen sich in Deutschland bislang nur Non-Food-Artikel wie elektronische Geräte, sperrige Möbel oder auch Reisen und Blumen bestellen. Ein Bringdienst für Lebensmittel ist in absehbarer Zeit weder bei Aldi Nord noch bei Aldi Süd geplant, wie eine Anfrage unserer Redaktion ergab. (küp)

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