Aldi: Einkaufsgutscheine in Coronakrise – doch die Kunden sind gar nicht begeistert

Aldi verteilt an der Grenze zur Schweiz und Frankreich diese Gutscheine.
Aldi verteilt an der Grenze zur Schweiz und Frankreich diese Gutscheine.
Foto: imago images / Jan Huebner; Screenshot Facebook; Montage DER WESTEN

Aldi ist und bleibt des Deutschen liebster Discounter. Aber auch unsere Nachbarländer kaufen gerne dort ein. Vor allem Menschen aus Frankreich und der Schweiz fahren über die Grenze, um bei Aldi den Wocheneinkauf zu machen. Nach dem Lockdown hat Aldi nun Gutscheine verteilt, doch nicht alle sind davon begeistert.

Endlich sind die Grenzen wieder offen – das denkt sich auch Aldi. Denn gerade dort ist beim Discounter ordentlich was los. Schweizer und Franzosen kommen zusätzlich zu den deutschen Kunden, um bei Aldi Schnäppchen einzusacken.

Aldi verteilt Gutscheine nicht an Deutsche

Um den Kunden ein besonderes Geschenk zu machen, verteilte das Unternehmen Einkaufsgutscheine. Wer bei Aldi für 60 Euro einkauft, spart fünf Euro auf den gesamten Einkauf. Klingt toll, dachten sich die Leute.

Doch viele bringt genau das auf die Palme. So auch Gerold A. Auf Facebook postet er ein Bild des Gutscheins und ist entsetzt. Er schreibt: „Ich freue mich für den Einzelhandel und unsere Nachbarn, dass die Grenze wieder auf ist. Aber das ist schlichtweg eine Sauerei von Aldi.“

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Das ist Aldi:

  • Aldi Nord und Aldi Süd sind zwei separate Unternehmensgruppen
  • Aldi steht für Albrecht Diskont: 1913 machte sich Karl Albrecht in Essen als Brothändler selbstständig
  • Später wurde der Familienbetrieb zu einem reinen Discounter umfunktioniert und hat den heutigen Namen „Aldi“ gekriegt
  • Die Trennung in Nord und Süd erfolgte im Jahr 1961
  • Mittlerweile zählt Aldi zu den zehn größten Einzelhandelsgruppen weltweit

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Dann erzählt er, dass ein Mitarbeiter von Aldi in Grenzach diese Gutscheine verteilt. Er erklärt: „Er verursacht einen Stau an der Grenze indem er Schweizer Autofahrer anhält – und nur diese!!! Dabei verteilt er Gutscheine, die definitiv an die Einkaufstouris gerichtet sind – auch wenn man den Gutschein auch als Einheimischer bekommen mag – auf Verlangen.“

Gerold ist außer sich vor Wut. Deutsche können den Gutschein zwar auch bekommen, doch der Mitarbeiter drückt das Papier nur Autofahrern mit Schweizer Kennzeichen in die Hand. Er fühlt sich benachteiligt: „Unsereins hat die ganze Zeit versucht den örtlichen Handel zu unterstützen und dann sowas. Aldi war dann erstmal.“

Und der Aldi-Kunde ist nicht alleine. Noch weitere Kunden posten ein Bild des Gutscheins und regen sich über diese Aktion auf.

Hier einige Kommentare:

  • „Da sieht man mal, welche Kunden denen lieber sind. Die Aktion geht schon in Diskriminierung.“
  • „Danke Aldi Süd, danke an alle Händler, die uns so deutlich unseren Stellenwert für sie zeigen.“
  • „Wir haben während der Corona-Pandemie die Fahnen hochgehalten und haben auch Aldi unterstützt. Ist das der Dank dafür? Wie sagt ein altes Sprichwort? Undank ist der Welten Lohn! Voll zutreffend.“
  • „Statt diese Gutscheine jetzt zu verteilen, hättet ihr in den letzten Wochen solche Gutscheine an die Kunden ausgeben können, die immer bei euch eingekauft haben. Oder sind diese nicht ganz willkommen, da die hier Lebenden, im Gegensatz zu den Schweizern, nicht über so viel Geld verfügen?“

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Ein Nutzer hält dagegen, versteht den Ärger um die Aldi-Gutscheine nicht. Kommentar: „Es haben sich genügend Schweizer vor Wochen hier aufgeregt, weil sie nicht mehr einkaufen durften bei uns. Jetzt regen sich die Deutschen auf, weil Ausländer wieder bei uns einkaufen. Oh Mann.“

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Aldi entschuldigt sich

Doch mit dieser Meinung steht er alleine da. Auch Aldi selbst meldet sich zu Wort und entschuldigt sich, dass die Aktion falsch herübergekommen sei. „Unsere Filialen an den Landesgrenzen haben neben den Stammkunden aus Deutschland viele Kunden aus der Schweiz und aus Frankreich, die wegen der Grenzschließung mehrere Wochen nicht mehr bei uns einkaufen konnten. Anlässlich der Grenzöffnung möchten wir allen Kunden ein kleines Geschenk in Form von Einkaufscoupons anbieten – dabei spielt es keine Rolle, ob sie aus Deutschland, der Schweiz oder Frankreich kommen.“

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Die Gutscheine sollten an alle Kunden rausgegeben werden. Aldi schreibt weiter: „Hier kam es wohl leider zu einem Missverständnis und natürlich sind uns unsere einheimischen Kunden genauso wichtig. Wir haben bereits alle Promoter nochmals darauf hingewiesen, damit ab sofort diesbezüglich keine Missverständnisse mehr entstehen.“ (ldi)

 
 

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