Die ersten Niki-Flugzeuge sollen Ende März wieder abheben

Die insolvente österreichische Fluggesellschaft Niki kehrt wahrscheinlich zu ihrem Gründer Niki Lauda zurück: Im Bieterrennen um die frühere Air-Berlin-Tochter gaben die deutschen und österrei...

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Lauda will den Flugbetrieb bei Niki in zwei Monaten wieder aufnehmen. Bei den Piloten trifft der neue Eigentümer auf deutliche Skepsis.

Wien.  Die insolvente Air-Berlin-Tochter Niki soll unter ihrem neuen Besitzer Niki Lauda Ende März den Flugbetrieb wieder aufnehmen. „Jetzt muss ich alles organisieren und den Niki-Mitarbeitern erklären, wie wir die Niki über Laudamotion neu aufstellen werden“, sagte der Fluglinien-Gründer und Ex-Rennfahrer Lauda am Dienstag in einem Interview mit Oe24 TV.

Nun müsse der Sommerflugplan fertiggestellt werden, damit die Niki-Flugzeuge ab Ende März wieder von Wien aus abheben können, sagte Lauda. Wie viel er für Niki geboten hatte, wollte Lauda nicht sagen. Über die Details des Kaufvertrages sei Stillschweigen vereinbart worden, sagte er. „Aus einem transparenten Bieterprozess ist heute in den frühen Morgenstunden die Laudamotion GmbH als Bestbieter hervorgegangen“, hatten die Insolvenzverwalter am frühen Dienstagmorgen in Wien mitgeteilt.

Erhebliches Misstrauen gegenüber Lauda

Bei den Beschäftigten trifft der neue Eigentümer auf deutliche Skepsis. „Lauda war in der Vergangenheit alles andere als ein Traumarbeitgeber“, sagte am Dienstag ein Sprecher der Vereinigung Cockpit (VC) in Frankfurt. Es gebe erhebliches Misstrauen, ob Lauda wie versprochen bei der von ihm im Insolvenzverfahren erworbenen Gesellschaft Niki tatsächlich Tarifverträge abschließen werde.

In früheren Zeiten seien die Piloten bei Personaldienstleistern angestellt und an die Airline verliehen worden. Bei einer Übernahme aus einer Insolvenz sei zu befürchten, dass die ohnehin schon bescheidenen Tarifbedingungen für das fliegende Personal der Niki noch weiter verschlechtert würden, sagte der VC-Sprecher.

Der Niki-Personalrat habe daher zu Recht darauf hingewiesen, dass es für viele Piloten berufliche Alternativen gebe. Sie müssten jetzt im Einzelfall prüfen, ob sie nicht besser bei anderen Fluggesellschaften anheuerten. Derzeit sucht insbesondere die Lufthansa-Tochter Eurowings Piloten für ihre Airbus A320-Flotte. Diesen Typ hat auch die Niki bis zu ihrem Grounding geflogen.

Niki meldete vor sechs Wochen Insolvenz an

Der Ex-Rennfahrer hatte Niki 2003 gegründet und war 2011 ausgestiegen. Der 68-Jährige bot nach eigenen Worten zusammen mit dem Reiseveranstalter Thomas Cook (Condor) für die Air-Berlin-Tochter.

Niki hatte vor sechs Wochen Insolvenz angemeldet. Vor rund einer Woche war in einem äußerst ungewöhnlichen Schritt in Österreich ein zweites Insolvenzverfahren eröffnet worden. Damit kamen die bisherigen Verkaufspläne auf den Prüfstand und nicht berücksichtigte Bieter bekamen eine neue Chance.

Lauda sicherte sich die Flugzeuge

Unter den Interessenten war bis zuletzt die britisch-spanische British-Airways-Mutter IAG, die in einem ersten Insolvenzverfahren in Deutschland für Niki 20 Millionen Euro sowie einen Massekredit von 16,5 Millionen Euro für den Weiterbetrieb der Airline geboten hatte.

Lauda hatte für den Fall einer Entscheidung zu seinen Gunsten bereits mit der Lufthansa verhandelt und sich nach eigenen Angaben 15 der 21 Niki-Flugzeuge gesichert. Die Lufthansa hatte im Dezember ihr Angebot zum Kauf von Niki nach wettbewerbsrechtlichen Bedenken der EU-Kommission zurückgezogen. (dpa/rtr)

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