60-Watt-Glühbirne vor dem Aus

Energiesparlampen sollen die Glühbirne ersetzen. Foto: ddp
Energiesparlampen sollen die Glühbirne ersetzen. Foto: ddp
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Berlin. Ab 1. September darf der Handel auch herkömmliche Glühbirnen mit mehr als 60 Watt nicht mehr verkaufen. Wer es künftig hell haben will, muss auf Energiesparlampen umsteigen. 100-Watt-Glühbirnen sind bereits seit einem Jahr nicht mehr erhältlich.

Die wenigsten Verbraucher kommen bei der Auswahl der richtigen Lampe zurecht. „Im Moment kaufen viele Leute unpassende Lampen, die dann im Keller landen“, sagte der Chef des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv), Gerd Billen. Eine neue Pflicht-Kennzeichnung über Eigenschaften der Lampen soll den Kauf erleichtern. Verbraucherschützer finden die Darstellung aber „verwirrend“ und fordern ein Qualitätssiegel.

Energiesparlampen haben unterschiedliche Eigenschaften – und somit eine unterschiedliche Qualität: Manche strahlen in warmem, manche in kaltem Licht. Einige halten 1000 Stunden, andere 10 000 Stunden. Bei einigen Birnen dauert es 7,5 Sekunden, bis sie hell leuchten, bei anderen fast vier Minuten. Im September müssen die Hersteller entscheidende Kriterien wie Le­bensdauer, Lichtfarbe, Helligkeit, Anlaufzeit oder Quecksilbergehalt auf die Verpackungen drucken. Dies soll Käufern helfen, die richtige Lampe zu finden. „Leider ist das relativ kompliziert“, sagt Andreas Schmeller von der Verbraucherzentrale Brandenburg.

Blauer Engel

Zur besseren Orientierung fordert der vzbv die Produzenten auf, sich am Logo „Blauer Engel“ für energiesparende Lampen zu beteiligen. „Der Blaue Engel steht für Qualität“, sagt Evelyn Hagenah vom Umweltbundesamt. Das Zeichen umfasse alle wichtigen Nutzungsaspekte sowie den Umwelt- und Gesundheitsschutz. Viele Hersteller halten sich jedoch damit zurück.

Ein großes Problem sehen die Verbraucherschützer auch in der Entsorgung der energiesparenden Lampen. Weil diese wenige Milligramm Quecksilber enthalten, gehören sie nicht in den Hausmüll. Derzeit können sie kostenlos auf Recyclinghöfen oder vereinzelt direkt beim Handel abgegeben werden. „Das Recyclingsystem funktioniert nicht“, bemängelt Verbandschef Billen. Praktischer wäre es, wenn alte Lampen direkt im Laden zurückgenommen würden.

Stromkosten sinken

Bei allen Problemen: Wer eine Glühlampe gegen eine gleich helle, qualitativ hochwertige Energiesparlampe tauscht, schont seinen Geldbeutel: Zwischen 49 Euro und 177 Euro Stromkosten lassen sich nach 10 000 Betriebsstunden sparen, betont die Stiftung Warentest.

 
 

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