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500 000 Teldafax-Kunden können mit Erstattung rechnen

Düsseldorf. 

Die rund 500 000 geprellten Kunden des insolventen Billigstrom-Anbieters Teldafax dürfen sich Hoffnungen auf die Rückerstattung von Vorauszahlungen machen. Seit der Pleite des Unternehmens vor vier Jahren habe er inzwischen 214 Millionen Euro von ehemaligen Teldafax-Geschäftspartnern eingesammelt, bestätigte der Düsseldorfer Insolvenzverwalter Biner Bähr dem Handelsblatt. Hinzukämen rund 40 Millionen Euro an Zinsen.

Allein der Fiskus habe 100 Millionen Euro gezahlt, der Netzbetreiber 50Hertz 43 Millionen Euro und der von Teldafax gesponserte Fußball-Bundesligist Bayer 04 Leverkusen 13 Millionen Euro. Das Geld fließt in die Insolvenzmasse, aus der Forderungen bedient werden. Die betroffenen Kunden, die ihre Stromrechnungen im Voraus bezahlt hatten, können mit der Erstattung aber erst frühestens im Jahr 2017 rechnen, wenn der Insolvenzverwalter das Verfahren abschließen will.

Wie hoch die Erstattung ausfallen wird, ist noch völlig ungewiss. Die Summe wird auch davon abhängen, wie viel Geld Bähr bis dahin tatsächlich eingesammelt haben wird. Der Insolvenzverwalter hat angekündigt, bis zum Abschluss des Verfahrens weitere 100 Millionen Euro eintreiben zu wollen.

Aus dem Umfeld seines Düsseldorfer Büros verlautet, dass die Erstattungsquote nach derzeitigen Schätzungen bei 20 Prozent liegen könnte. Offen ist auch, ob der Insolvenzverwalter in zwei Jahren noch alle Gläubiger erreichen wird.

Die Zahlungsunfähigkeit von Teldafax verursachte einen Schaden von insgesamt mehr als 650 Millionen Euro. Davon entfallen allein 215 Millionen auf rund 500 000 Kunden, die Strom und Gas von dem Billig-Anbieter gekauft hatten. Die Pleite des Unternehmens war der erste große Firmenzusammenbruch auf dem Energiemarkt. Teldafax hatte Strom billiger verkauft als er im Einkauf kostete.