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Ukraine-Krieg: Diese Frau zieht in den Krieg und kämpft auf einzigartige Weise in Kiew gegen Russland

Ukraine lehnt Kapitulation in Mariupol ab - Kiew unter Beschuss

Die Ukraine hat ein Ultimatum zur Übergabe der belagerten Hafenstadt Mariupol an die russischen Streitkräfte abgelehnt. Die russische Armee setzte ihre Angriffe auf meherere ukrainische Städte fort, darunter auch die Hauptstadt Kiew.

Der russische Krieg gegen die Ukraine wird laut dem UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) insgesamt rund zehn Millionen Flüchtlinge verursachen – größtenteils Frauen und Kinder.

Der erbitterte Krieg zwingt diese Menschen, die Ukraine verlassen – doch manche Frauen wollen freiwillig dort bleiben. Eine von ihnen ist Nadya Vasina.

Ukraine-Krieg: Diese Frau ist freiwillig in Kiew geblieben

Nadya ist Journalistin und gleichzeitig Athletin und Tänzerin. Seit mehr als sechs Jahren arbeitet sie bei dem Radiosender „Kyiv FM“.

Sie trat unter anderem im „Cirque du Soleil“ auf und tourte durch Deutschland, Frankreich und die USA.

Nun kämpft sie mit ihrer Kunst gegen Russland – indem sie tanzt. Mit ihren Performances schafft sie es, Aufmerksamkeit auf der ganzen Welt zu errregen.

Im Gespräch mit unserer Redaktion erzählt Nadya Vasina, wie sie die Soldaten und die Menschen in Kiew unterstützt. Außerdem spricht sie über ihre Gefühle gegenüber den Russen – und sie hat eine Botschaft an Deutschland.

Warum bist du in Kiew geblieben und was machst du dort?

„Als der Krieg angefangen hat, bin ich direkt von meinem Auftritt in den USA an die Front in Donezk gefahren. Seitdem bin ich Freiwillige an der Seite der ukrainischen Soldaten.

In dieser Zeit habe ich Spenden gesammelt und damit teure Ausrüstung für die Soldaten gekauft. Außerdem versuche ich den Menschen, die dort in Angst leben, mit meiner Kunst in diesen schweren Zeiten ein wenig Freude zu schenken. Ich bin froh, dass ich sie unterstützen kann.

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Kiew ist mein Herz, ich bin dort geboren. Ich kann meine Heimatstadt nicht im Stich lassen. Aber die Soldaten sagen mir, dass ich die Stadt verlassen muss, sollte die Gefahr zu groß werden.

Gestern habe ich Raketen aus nächster Nähe gesehen, doch die ukrainischen Soldaten haben sie noch in der Luft zerstört. Es war wie im Film.“

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Mehr zum Ukraine-Krieg:

  • Der Überfall der Ukraine startete am 24. Februar 2022.
  • Die Kampfhandlungen begannen aber bereits 2014 zwischen prorussischen Separatisten in den Gebieten Donezk und Luganks und der ukrainischen Armee.
  • Ebenfalls 2014 annektierte Russland die Halbinsel Krim.
  • Auf Seiten Russlands beteiligt sich Belarus am Krieg.
  • Die Ukraine wird mit Waffenlieferungen von NATO-Staaten unterstützt.

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Hast du Angst?

„Klar habe ich Angst, jeder Mensch hätte Angst, wenn er hier wäre. Aber auf der anderen Seite fühle ich mich von den Soldaten beschützt, sie achten auf mich und das gibt mir viel Kraft. Im Notfall weiß ich, wie ich mich selbst mit einer Waffe verteidigen kann.“

Die russischen Truppen rücken immer näher an die großen Städte heran. In Mariupol und Kiew fallen täglich Menschen. Wie lange kann Kiew dem noch standhalten?

„Wir können gegen Putin kämpfen, solange es nötig ist. Die Wahrheit ist auf unserer Seite. Egal was sie tun, sie werden hier nicht gewinnen. Hier ist Putins Finale, wir werden ihm in den Arsch treten!“

Wie sind deine Gefühle gegenüber den Russen?

„Die Russen sind wie Sklaven. Sie haben keine eigene Stimme. Sie wollen die Wahrheit nicht hören. Sie glauben, was in den russischen Medien verbreitet wird, und verschließen ihre Augen.

Ich bekomme auf Instagram häufig Hassnachrichten von Russen. Ich finde sie aggressiv und gemein. Sie wollen keine Freiheit. Aber wir sind anders. Wir wollten diesen Krieg nicht, wir haben sie nicht angegriffen, sondern sie uns. Ich mag die Russen nicht.“

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Mehr zum Ukraine-Krieg:

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Wie kann Deutschland euch helfen?

„Deutschland soll es endlich schaffen, den Luftraum über der Ukraine zu schließen. Die Deutschen sind sehr intelligent, deswegen sollen sie den Putin-Anhängern nicht erlauben, ihre Propaganda zu verbreiten.

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Die EU-Länder werden verstehen, wie es uns geht, wenn die russischen Raketen sie erreichen.“