Facebook löscht Video einer Brustkrebskampagne - wegen pinken Kreisen

Facebook gerät immer wieder wegen seiner Löschungspraxis in die Schlagzeilen. Kritiker werfen dem sozialen Netzwerk Zensur und Machtmissbrauch vor.
Facebook gerät immer wieder wegen seiner Löschungspraxis in die Schlagzeilen. Kritiker werfen dem sozialen Netzwerk Zensur und Machtmissbrauch vor.
Foto: Jens Büttner / dpa
Facebook bewertet das gepostete Video einer Krebskampagne als anzüglich. Dabei wollen die Macher nur über Brustkrebsvorsorge aufklären.

Berlin.  Das soziale Netzwerk Facebook hat ein Aufklärungsvideo der schwedischen Krebsgesellschaft „Cancerfonden“ zum Thema Brustkrebs gelöscht. Der kurze animierte Clip erklärt, wie Frauen selbst vorsorgen können, indem sie ihre Brüste abtasten. In dem Video sind Brüste als pinke Kreise dargestellt – offensichtlich Anstoß genug für Facebook.

Die britische Zeitung „Guardian“ berichtet, dass das soziale Netzwerk das Löschen damit begründete, dass „Sexprodukte oder -dienstleistungen“ nicht auf Facebook beworben werden dürften.

Facebook löscht Video einer Brustkrebskampagne

„Cancerfonden“ schlägt Alternative vor

Als Reaktion auf die Zensur hat „Cancerfonden“ einen offenen Brief an Facebook veröffentlicht. Darin stellt die Organisation klar, dass sie Facebook nicht zu nahe treten wolle. Allerdings müsse Facebook verstehen, dass die Verbreitung von Informationen über Krebs eine der wichtigsten Aufgaben von „Cancerfonden“ sei.

Die Organisation hat auch einen Alternativvorschlag für Facebook parat: pinke Quadrate statt Kreise.

Facebook löscht Aufklärungsvideo zum Thema Brustkrebs

Facebook hat sich nach Angaben des „Guardian“ mittlerweile dafür entschuldigt, das Video gelöscht zu haben. In der Mitteilung spricht Facebook von einem „Fehler“. Bei der Vielzahl an zu prüfenden Beiträgen komme es manchmal vor, dass Beiträge fälschlicherweise verboten würden.

Facebook macht nicht zum ersten Mal Schlagzeilen wegen seines Umgangs mit Nacktdarstellungen. Anfang September hatte das soziale Netzwerk auf der Seite der norwegischen Zeitung „Aftenposten“ einen Beitrag gelöscht. Dieser zeigte das berühmt gewordene Foto eines unbekleideten Mädchens aus dem Vietnam-Krieg. Facebook berief sich dabei auf das Verbot von Kinderpornografie. Erst nach massiver Kritik lenkte Facebook in diesem Fall schließlich ein. (kge)

 
 

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