Gelsenkirchen

Weil viele Talente gehen: Schalke-Manager Heidel weist Vorwürfe von Heldt zurück

Nicht einer Meinung: Horst Heldt (vorn) und Schalkes künftiger Manager Christian Heidel (hinten).
Nicht einer Meinung: Horst Heldt (vorn) und Schalkes künftiger Manager Christian Heidel (hinten).
Foto: firo Sportphoto / Jürgen Fromme
  • Der Ex-Manager kritisiert, dass der Verein viele Talente ziehen lässt
  • Für Heidel ist das nichts Ungewöhnliches
  • Strukturen in der Knappenschmiede sollen verbessert werden

Gelsenkirchen. Schalkes Sportvorstand Christian Heidel hat die Kritik seines Vorgängers Horst Heldt zurückgewiesen. Heldt hatte es als „alarmierend“ bezeichnet, dass immer mehr junge Spieler die Königsblauen verlassen. Aktuellstes Beispiel ist Phil Neumann, der am Saisonende ablösefrei zum FC Ingolstadt geht.

„Wenn so ein junger Spieler keine Perspektive auf Schalke sieht, finde ich das schade. Da geht ein Stück weit die Identität verloren“, sagte Heldt. Heidel antwortete im Interview mit dem „Kicker“: „Bei allem Respekt: Für die Lizenzmannschaft geht es um die Auswahl der Besten. Wenn der U23-Kader 33 Spieler umfasst, von denen 15 trotz guter Verträge regelmäßig auf der Tribüne sitzen, muss schon die Frage erlaubt sein ob das sinnvoll ist.“

Viele Talente sind gegangen

Vor Neumann hatten etliche weitere Talente Schalke in kurzer Zeit freiwillig verlassen. Auch Robert Leipertz und Maurice Multhaup zog es nach Ingolstadt. Kaan Ayhan ging in die 2. Bundesliga zu Fortuna Düsseldorf, Marvin Friedrich zum FC Augsburg. Felix Platte (Darmstadt 98) und Fabian Reese (KSC) wurden verliehen.

Torwart Timon Wellenreuther hat keine Perspektive mehr bei S04 und geht am Saisonende. Von internationalen Topklubs abgeworben wurden Leroy Sané (Manchester City) und Joel Matip (FC Liverpool).

Avdijaj und Kehrer regelmäßig im Kader

Zum Fall Neumann äußerte sich Heidel konkret: „Ich konnte ihm nicht versprechen, dass er bei uns im Profibereich viele Einsätze bekommt. Neumann habe ich mit einem auslaufenden Amateurvertrag von Horst übernommen.“

Zudem verwies Heidel darauf, dass mit Donis Avdijaj und Thilo Kehrer zwei ehemalige Jugendspieler ständig im Kader stehen. „Sie bekommen auch Einsätze“, erklärte Heidel.

Seitenhieb gegen Heldt

Der Manager ist optimistisch, dass Schalke auch zukünftig Stars hervorbringt. „Wir haben viele Talente in der Knappenschmiede, dazu gibt es tolle Trainer, das steht außer Frage. Und es wird sicher wieder Eigengewächse geben, die in die Fußstapfen von Max Meyer & Co. treten“, erklärte er.

Auch Heidel erlaubte sich einen Seitenhieb gegen Heldt: „In unserer Knappenschmiede gibt es Strukturen, die es zu verbessern gilt.“

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