Wann Lappen, Bürsten und Co. weg müssen

Julia Ostendorf

Nahezu nicht sichtbare Essensreste in der Zahnbürste, Bakterien in der Gesichtscreme und Krankheitserreger im Spülschwamm – das ist ekelig und nicht gesund. Viele Dinge im Haushalt nutzen wir, aber wir waschen oder tauschen sie zu selten. Wie oft sollte man welche Produkte eigentlich erneuern? Eine Übersicht.

Putzlappen

Werden Spülschwämme und Putzlappen zu lange benutzt, verwandeln sie sich in einen Brutort für Krankheitserreger. Deshalb sollten Spülschwamm und Co. alle ein bis zwei Tage bei 60 Grad gewaschen werden, rät der Tüv Süd. Für viele Lappen heißt das: Waschen nach jedem Wochenputz. Werden die Putzhelfer so rein gehalten, gilt laut TÜV Süd aber keine allgemeine Regel, wann die Lappen in den Müll wandern müssen.

Zahnbürsten

Alle drei Monate sollte eine Neue her, rät die Landeszahnärztekammer Brandenburg. Denn in den Borsten tummeln sich Bakterien von Essensresten. Wer eine Erkältung überstanden hat, sollte die Bürste direkt wegschmeißen. Sonst läuft man Gefahr, sich direkt wieder anzustecken.

Handtücher

Mindestens ein- bis zweimal pro Woche sollten sie ausgetauscht und gewaschen werden. Die Handtücher kommen in die 60-Grad-Wäsche, am besten mit bleichmittelhaltigem Vollwaschmittel, sagt Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale Hamburg.

Betten

Nicht nur die Bezüge müssen regelmäßig gewaschen werden, auch Bettdecke und Kopfkissen werden optimalerweise zweimal im Jahr gereinigt. „Gerade bei Allergikern empfiehlt sich eine Bettenreinigung halbjährlich oder mindestens einmal im Jahr“, sagt Siegfried Lange vom Deutsche Textilreinigungsverband. Von einer regelmäßigen Grundreinigung der ganzen Matratze rät der Fachverband Matratzen-Industrie ab. Denn gelangt dabei zu viel Wasser in das Material, kann der Kern Schaden nehmen, und die Gewährleistung erlischt. Das gilt genauso für die Matratzen von Boxspringbetten und deren Auflagen.

Putzmittel

Oft hat man davon ein ganzes Potpourri im Haushalt stehen. Wie lange sind diese Mittel eigentlich wirksam? Manche tragen zwar ein Haltbarkeitsdatum – allerdings halten Experten davon wenig. Putzmittel verlieren eigentlich ihre Wirkung auch nach Jahren nicht, wenn sie richtig gelagert wurden. Daher: Steht ein flüssiges Putzmittel schon viele Jahre herum, checkt man vor dem erneuten Benutzen am besten, ob der Inhalt sich verändert hat.

„Sichtbare Produktveränderungen treten auf, wenn das Putzmittel zum Beispiel keine homogene Mischung mehr ist, also wenn sich das Öl vom Wasser trennt oder wenn es unangenehm riecht“, erklärt Bernd Glassl vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel. Pulver darf nicht feucht werden. „Steht zum Beispiel das Vollwaschmittel in einer Wasserlache, funktionieren die waschaktiven Substanzen noch, aber die Bleiche nicht mehr“, sagt Glassl.

Laufschuhe

Sie sollten jedes Jahr ausgewechselt werden, rät Professor Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule in Köln. „Nach 600 bis 800 Laufkilometern sind die Schuhe abgenutzt“, sagt er. Wer regelmäßig weite Strecken läuft, braucht möglicherweise früher neue Schuhe. Da sich der Schuh nach dem Joggen verformt, sollten Sportler, die täglich laufen, sich ein zweites Paar anschaffen und diese im Wechsel benutzen.

Verbandkasten

Ob im Auto oder zu Hause, manche Kompressen und Verbände müssen regelmäßig ausgetauscht werden. Ist das Verfallsdatum überschritten, verfällt die Herstellergarantie für die Sterilität. Darauf weist der Bundesverband Medizintechnologie hin.

Haarbürsten

Gehen sie nicht kaputt und sind insbesondere die Spitzen noch intakt, halten sie eigentlich ewig. Aber: Haare, die sich in der Bürste verfangen, werden am besten regelmäßig mit einem Kamm oder einer Pinzette entfernt. Je nach Bürstenart gelingt auch das Rausziehen mit den Fingern. „Wenn die Haarbürste deutlich verschmutzt ist, sollte man sie mit Shampoo und Wasser reinigen“, sagt Silke Schwartau. Allerdings sollte die Bürste nicht dauerhaft feucht bleiben. „Damit sich keine Keime vermehren.“

Cremes

Wann Cremes und andere Kosmetika in den Müll wandern müssen, verdeutlicht ein Symbol auf dem Etikett. In dem Bild eines geöffneten Tiegels steht eine Zahl, die die Haltbarkeitsdauer nach dem Öffnen angibt, zum Beispiel 4M für vier Monate. „Nur vergessen viele, wann sie die Creme aufgemacht haben“, sagt Schwartau. „Deshalb sollte man gleich das Datum draufschreiben.“ Übrigens: Bei empfindlichen Cremes in Tiegeln greift man besser nicht mit den Fingern rein, sonst sammeln sich darin Keime. Schwartau empfiehlt, einen Spatel zu benutzen.