Neue Vorwürfe in Aachen

Foto: ddp

Aachen. Bereits vor dem Ausbruch der Schwerverbrecher Heckhoff und Michalski aus dem Aachener Gefängnis gab es Ermittlungen gegen JVA-Bedienstete. Laut WAZ-Informationen handelt es sich dabei um denselben Mitarbeiter, der den Gangstern anschließend bei der Flucht geholfen hat.

Schon vor dem Doppel-Ausbruch aus der JVA Aachen hatte die Staatsanwaltschaft den Verdacht, unter den Gefängniswärtern sei „etwas nicht in Ordnung”. Oberstaatsanwalt Robert Deller bestätigte jetzt, man habe anderthalb Wochen vor der Flucht von Heckhoff und Michalski ein Verfahren eingeleitet gegen einen Bediensteten, der Geld angenommen habe. Es handelt sich nach WAZ-Informationen um denselben, der den Gangstern dann geholfen haben soll.

Die Ehefrau eines Häftlings soll die Summe in unbekannter Höhe gezahlt haben. „Der Zweck ist nicht geklärt”, sagte Deller. Es könne Bestechung gewesen sein oder Geld für Geschäfte im Gefängnis. Es gebe aber „keine Anhaltspunkte für einen Zusammenhang zwischen Geld und Ausbruch”.

Müller-Piepenkötter "entsetzt"

Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) gerät nun erneut ins Visier der Opposition. Die SPD sprach von einem „Sicherheitsrisiko” in der JVA. Fraktionsvize Ralf Jäger will von der Ministerin wissen, ob es sich bei den beschuldigten Wärtern um dieselbe Person handelt und warum sie nicht versetzt wurde, sondern mit einem Posten betraut, an dem sie sogar die Flucht ermöglichen konnte.

Müller-Piepenkötter hatte den Rechtsausschuss des Landtag bereits am Freitag vertraulich informiert. Sie zeigte sich am Dienstag „entsetzt”, dass Informationen weitergegeben worden seien.

 
 

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