Neue Dächer für die Uni

Landesregierung investiert 500 Millionen Euro für Sanierung und Modernisierung der Hochschulen in der Ruhr-Region.

Nordrhein-Westfalen habe zwar die dichteste Hochschullandschaft, aber zugleich die undichtesten Unidächer, klagte einmal ein von Bauschäden entnervter Universitäts-Rektor. Das soll jetzt anders werden, verkündeten in Bochum NRW-Finanzminister Helmut Linssen (CDU) und Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP).

Acht Milliarden Euro werden bis 2020 verbaut, zwei Milliarden Euro sollen sofort fließen, davon erhalten die Hochschulen an der Ruhr rund 500 Millionen. In Bochum unterzeichneten die Minister gestern mit den Hochschulen im Ruhrgebiet entsprechende Vereinbarungen.

Demnach erhalten unter anderem die Ruhr-Uni Bochum 290,7 Millionen Euro, die TU Dortmund 106 Millionen, die Uni Duisburg-Essen 77,5 Millionen und die FH Dortmund acht Millionen. Damit sollen die ärgsten Bauschäden beseitigt werden, um die Hochschulen fit zu machen für den Ansturm von Studenten der doppelten Abiturjahrgänge ab 2013. Zudem ist es Pinkwarts erklärtes Ziel, NRW den Ruf eines Landes mit den besten Studien- und Forschungsbedingungen zu bescheren.

Grenze des Machbaren

Ersatzgebäude müssen errichtet werden, Böden erneuert, Heizungs-, Lüftungs- und Sanitäranlagen modernisiert und die Bausubstanz grundsaniert werden. Die FH Gelsenkirchen wird sogar neu gebaut, da der Altbau schadstoffbelastet ist. Die nötigen 50 Millionen Euro fließen zusätzlich.

„Als einziges Bundesland hat NRW in der Wirtschaftskrise ein so großes Investitionsprogramm angestoßen”, lobte sich der Finanzminister. Es werde wie ein zusätzliches Konjunkturprogramm für die heimische Wirtschaft wirken. Das Geld dafür müsse er sich allerdings von den Banken borgen. Pinkwart sagte: „Wir unternehmen einen ersten Schritt, den Modernisierungsstau aufzulösen.” Die Landesregierung gehe damit „an die Grenze des Machbaren”.

Trotz dieses „Kraftaktes” konnten selbstredend nicht alle Wünsche erfüllt werden. Die Uni Duisburg-Essen hatte einen Sanierungsbedarf von 520 Millionen Euro angemeldet; die TU Dortmund habe 488 Millionen nötig, hieß es dort. Rektorin Ursula Gather: „Auch wenn wir uns ebenso wie andere Hochschulen mehr erhofft haben, freuen wir uns über die erste Investition von 106 Millionen Euro.”

 
 

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