Eine feste Bindung fürs Leben

Vechta..  Noch nie war eine Großelterngeneration so fit. Oma und Opa erleben mit, wie die Enkel heranwachsen, sind oft eng ins Familienleben eingebunden. Und dann kommt der Tag, an dem die Enkel – mittlerweile zu Teenagern herangewachsen – plötzlich keine Lust mehr auf die sonntägliche Kaffeerunde bei Oma und Opa haben.

In der Pubertät verschieben sich die Interessen. „Die Enkel sind dann für die Großeltern oft wichtiger, als es umgekehrt der Fall ist“, sagt Familiensoziologin Corinna Onnen von der Universität Vechta. „Während viele Großeltern nach wie vor großen Wert auf einen engen Kontakt legen, rücken sie für die Enkel mehr in den Hintergrund.“

Sich als Großeltern nun zurückzuziehen, wäre trotzdem der falsche Weg, sagt Familienberater Jan-Uwe Rogge aus Bargteheide bei Hamburg. Eine über die Jahre gewachsene Beziehung zwischen Großeltern und Enkeln bleibe auch in der Pubertät stabil.

„Die Großeltern repräsentieren Wurzeln. Sie zeigen, woher man kommt“, betont Rogge. Und sie zeigten auch, „was möglich ist“. Denn die Älteren haben viel erlebt: „Als Jugendlicher kann man nur in die Welt hinausziehen, wenn man weiß, wie man mit Stürmen klar kommt“, sagt Rogge.

Möglicherweise finden Großeltern mit ihren Ratschlägen mehr Gehör als die Eltern. Auch ihre Lebenserfahrung ermöglicht ihnen diese Gelassenheit, ist Soziologin Corinna Onnen überzeugt: „Eltern sehen sich enormen Anforderungen ausgesetzt.“ Großeltern dagegen sind eine Generation weiter „und wissen, dass von einer Fünf in Mathe die Welt nicht untergeht“, sagt Onnen. Eines allerdings ist wichtig, wenn die Großeltern in Konflikten zwischen Eltern und Kindern vermitteln: „Sie dürfen nicht in Konkurrenz zu den Eltern stehen und den Eindruck vermitteln, sie könnten es besser“, warnt Familienberater Rogge. Denn dann geraten die Kinder in einen Loyalitätskonflikt, der dem Familienfrieden schadet.

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