Arcandors Aus

Sabine Brendel

Eine Überraschung ist es nicht. Kein Investor hält den seit Jahren kriselnden Reise- und Handelskonzern Arcandor als Ganzes für überlebensfähig.

Trotzdem ist die erfolglose Suche nach Geldgebern ein herber Schlag für Konzernchef Karl-Gerhard Eick, aber vor allem für die 82 000 Beschäftigten, die um ihre Arbeitsplätze bangen.

Nun hat es Arcandor auch offiziell zugegeben: Die Essener stehen mit dem Rücken zur Wand; ihnen bleibt nur noch das Verhökern möglichst vieler Konzerntöchter. Jetzt wird das Hauen und Stechen losgehen, um möglichst billig an Arcandor-Tochterfirmen heranzukommen.

Da wäre einmal die Warenhaus-Kette Karstadt, seit langem ein Sorgenkind Arcandors. Ein Interessent lauert schon: Der Düsseldorfer Handelskonzern Metro, zu dem auch der Karstadt-Rivale Kaufhof gehört, hat sein Interesse an einigen Filialen bereits vor längerem angemeldet.

Auch an Arcandors britischem Reiseanbieter Thomas Cook gibt es Interesse. Das ist eine gute Nachricht, aber nicht für alle Mitarbeiter. Denn eins ist klar, seit Arcandor vor rund zwei Monaten Insolvenz beantragte: Viele Beschäftigte werden ihren Arbeitsplatz verlieren.