Sylvia Löhrmann ist die hartnäckige Frontfrau der Grünen in NRW

Sylvia Löhrmann ist das unangefochtene Gesicht der Grünen in NRW.
Sylvia Löhrmann ist das unangefochtene Gesicht der Grünen in NRW.
Foto: dapd
Sylvia Löhrmann ist das unangefochtene Gesicht der Grünen in NRW. Die gebürtige Essenerin und ehemalige Gesamtschullehrerin hat als Schulministerin tiefe Spuren im Bildungssystem hinterlassen. Ihr Prestigeobjekt Gemeinschaftsschule wurde zwar ausgebremt. Dafür gab es den "Schulkonsens".

Düsseldorf. In der Politik lässt sich Sylvia Löhrmann so schnell nichts vormachen. Bereits seit Mitte der 1990er Jahre sitzt die frühere Gesamtschullehrerin für die Grünen im Düsseldorfer Landtag. 1999 wurde sie zur Fraktionsvorsitzenden gewählt. 2010 schließlich erzielte sie als Spitzenkandidatin der Grünen mit 12,1 Prozent der Wählerstimmen das beste Grünen-Ergebnis in der Landesgeschichte und stieg hinter der SPD-Frau Hannelore Kraft zur stellvertretenden nordrhein-westfälischen Ministerpräsidentin auf.

Zu verdanken hatte sie dies nicht zuletzt ihrer Hartnäckigkeit. Während Kraft noch zauderte, eine Minderheitsregierung einzugehen, ging Löhrmann in die Offensive. Aus ihrer Sicht sei dies die einzige Möglichkeit, mit dem Wahlergebnis umzugehen, verkündete sie auf einer Pressekonferenz. Wenig später stand die Minderheitsregierung.

Dass die gebürtige Essenerin so sehr für die Koalition mit der SPD kämpfte, dürfte nicht zuletzt an ihrem guten persönlichen Verhältnis zu Kraft gelegen haben. In früheren Koalitionen mit der SPD hatte die Grünen-Spitzenfrau keine guten Erfahrungen gemacht. Während ihre Partei um die Jahrtausendwende mit dem großen Koalitionspartner im Dauerclinch lag, geriet auch Löhrmann selbst immer wieder heftig mit den SPD-Spitzen aneinander.

Einigung auf den "Schulkonsens"

In der Minderheitsregierung wurde die frühere Schülerin eines katholischen Mädchengymnasiums nicht nur stellvertretende Ministerpräsidentin, sondern auch Schulministerin und hinterließ in dieser Funktion tiefe Spuren im Bildungssystem. Ihr Prestigeprojekt, die Gemeinschaftsschule, in der Kinder länger gemeinsam lernen sollten, wurde zwar vom Oberverwaltungsgericht Münster ausgebremst. Dafür einigten sich die Regierungsparteien mit der CDU auf einen "Schulkonsens", der den Schulfrieden in den kommenden zwölf Jahren auch über mögliche Regierungswechsel hinweg sichern soll. Der Konsens sieht unter anderem die Einführung einer Sekundarschule vor, in der Kinder ebenfalls länger gemeinsam lernen sollen.

Während die Grünen auf Bundesebene noch an der altbewährten Form des Spitzenduos festhalten, ist Löhrmann in NRW das unangefochtene Gesicht der Partei. Sollte es nach der Landtagswahl für eine Fortsetzung der rot-grünen Regierung reichen, wird sie alles dafür, diesen Weg zu gehen. (dapd)

 
 

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