Warum Hunde vegan ernährt werden können - und Katzen nicht

Die vegane Ernährung von Hunden ist nach Meinung der meisten Ernährungswissenschaftler schwierig. Katzen können eigentlich nicht vegan ernährt werden.
Die vegane Ernährung von Hunden ist nach Meinung der meisten Ernährungswissenschaftler schwierig. Katzen können eigentlich nicht vegan ernährt werden.
Foto: dpa
Unser Autor Felix Laurenz muss sich während seines veganen Selbstversuchs keine Sorgen um die fleischlose Ernährung seiner Haustiere machen. Seine Kaninchen sind ohnehin Veganer. Doch manch ein Veganer würde auch seinen Hund oder seine Katze gern vegan ernähren. Das ist nicht immer möglich.

Essen.. Little Tyke mochte kein Fleisch. Sie war mit Pferden, Rindern und Küken groß geworden. Die Tiere haben ihr nie etwas getan. Viele sah sie sogar als Freunde an. Warum sollte Little Tyke sie also essen? Anstatt dessen vertilgte sie lieber Getreide, Milch und Eier. Little Tyke war Vegetarierin. Und eine Löwin. Littley Tyke wuchs um 1950 in den USA auf und lehnte den Verzehr von Fleisch für die gesamte Dauer ihres Lebens ab. Trotzdem erfreute sie sich bester Gesundheit und starb erst im Erwachsenenalter an den Folgen einer Lungenentzündung.

Ihre Geschichte zeigt, dass selbst Tiere, die eigentlich als Fleischfresser bekannt sind, in Ausnahmefällen zumindest vegetarisch leben können. Das lässt auch viele Veganer aufhorchen. Denn natürlich kommen ihnen Gewissensbisse, wenn sie selbst zwar auf tierische Produkte verzichten, ihren Hunden oder Katzen aber Dosenfleisch servieren. Schließlich unterstützen Veganer mit dem Kauf dieser Produkte ausgerechnet jene Fleischindustrie, die sie eigentlich verachten. Da liegt es natürlich nahe, das eigene Haustier ebenfalls vegan ernähren zu wollen.

Ausgewachsene Hunde können vegan ernährt werden

Kleinere Tiere wie Hamster oder Ratten können problemlos rein pflanzlich ernährt werden. Kaninchen und Meerschweine sind sogar reine Pflanzenfresser. Doch sogar Hunde können ohne tierische Produkte leben. "Bei einem ausgewachsenen Hund ist vegane Ernährung im Prinzip möglich", sagt Dr. Susan Kröger, die am Institut für Tierernährung der FU Berlin arbeitet.

Veganes Leben Allerdings bestehe die Gefahr, dass den Tieren einige Nährstoffe fehlen, wenn die Hundebesitzer nicht gut aufpassen. Da geht es ihnen allerdings kaum anders als menschlichen Veganern. Auch sie müssen aufpassen, gewisse Stoffe zu sich zu nehmen, die eigentlich vorrangig in tierischen Produkten vorkommen. Bei Hunden gilt das insbesondere für Stoffe wie Vitamin B12, Eisen, Jod oder Natrium. "Eine wissenschaftliche Feldstudie hat ergeben, dass vegan ernährte Hunde bei diesen Stoffen häufig Mangelerscheinungen aufweisen", sagt Kröger. Auf jeden Fall solle aber ein Experte, zum Beispiel ein Tierarzt, einen Blick auf die Ernährung des Tieres werfen um sicherzustellen, dass der Hund alle nötigen Nährstoffe bekommt.

Katzen sind strikte Fleischfresser

Deutlich kritischer sieht Kröger die vegane Ernährung von jungen Hunden im Wachstum: "Das kann ich nicht empfehlen." Es sei sicherer zumindest für die Dauer des Wachstums auch Fleisch zu verfüttern. Gerade von einer rein veganen Ernährung rät die Ernährungsexpertin in diesem Fall ab: "Wenn schon auf Fleisch verzichtet werden soll, ist eine Ergänzung mit Milchprodukten und Eiern denkbar."

Ganz abzulehnen sei hingegen die vegane Ernährung von Katzen. "Im Gegensatz zu Hunden sind sie strikte Fleischfresser. Das bedeutet, dass eine fleischfreie Ernährung für Katzen generell nicht zu empfehlen ist." Andernfalls würden den Tieren wichtige Nährstoffe, wie Taurin oder Fettsäuren, fehlen.

Warum überhaupt Fleischfresser halten?

Etwas weniger kritisch gibt sich der Vegetarierbund Deutschland (VeBu). Hunde vegan zu ernähren sei dank speziell entwickelter Nahrungsergänzungsmittel wie Vegedog problemlos möglich. Ob die nötigen Nährstoffe aus tierischen oder pflanzlichen Quellen stammen, sei letztlich nicht entscheidend. Das habe auch eine Untersuchung der Deutschen Lebensmittelgesellschaft (DLG) ergeben.

Sogar die vegane Ernährung von Katzen ist laut Vebu möglich. Auch für sie gebe es Zusatzpräparate, die den Tieren vor allem das wichtige Taurin zuführen sollen. Sie seien der "gesündeste Weg, Katzen vegan zu füttern". Allerdings wird auch davor gewarnt, dass Katzen "wählerischer als Hunde" und ihre Bedürfnisse "komplizierter" seien.

Die einfachste Lösung dürfte es für Veganer aber wohl sein, sich gar keine Haustiere zu halten, die in der freien Wildbahn Fleisch essen. Außerdem sind Kaninchen und Meerschweine ja auch drollige Spielgefährten.

Wie beurteilen Sie die vegane oder vegetarische Ernährung von Fleisch fressenden Tieren? Ist das konsequent oder ein Fall für Tierschützer? Schreiben Sie mir eine E-Mail an vegan@derwesten.de oder melden Sie sich via Twitter bei @laurenzvegan.

 
 

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