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Erfolg der Piraten lässt Rot-Grün in NRW zittern

Erfolg der Piraten lässt Rot-Grün in NRW zittern

Eine aktuelle Umfrage sieht ein Kopf-an-Kopf-Rennen bei der Landtagswahl in NRW. Durch die Stärke der Piratenpartei muss Rot-Grün um die angestrebte Mehrheit bangen. Die Linke wäre mit 3 Prozent gescheitert. Die Option große Koalition aus SPD und CDU gewinnt an Zuspruch bei den Bürgern.

Düsseldorf. 

Das Rennen um die Macht in NRW wird noch einmal spannend. SPD und Grüne müssen zehn Tage vor der Landtagswahl um die Fortsetzung ihrer gemeinsamen Regierung bangen. Erstmals hat das rot-grüne Bündnis in einer aktuellen Umfrage keine sichere Mehrheit mehr, sondern könnte im Parlament blockiert werden.

Nach den am Mittwoch veröffentlichten Zahlen von Forsa wäre die SPD mit 37 Prozent zwar stärkste Partei und käme mit den Grünen (10) auf 47 Prozent der Stimmen. CDU (32), Piraten (10) und die FDP, die laut Forsa mit 5 Prozent den Einzug in den Landtag schaffen würde, wären aber mit zusammen 47 Prozent gleich stark. Die Linke wäre mit 3 Prozent gescheitert.

Hauptursache für die jüngste Zitterpartie von Rot-Grün, das in den Umfragen aller anderen Institute bisher eine stabile Mehrheit hatte, ist der von keiner Partei erwartete Höhenflug der Piraten. Zu einer möglichen Regierungsbeteiligung nach dem 13. Mai äußert sich die Piratenpartei allerdings widersprüchlich. In Düsseldorf wird damit gerechnet, dass es zu einer großen Koalition oder einer „Ampel“-Regierung kommt, falls es für Rot-Grün nicht reichen sollte.

Große Koalition gewinnt an Zuspruch bei Bürgern

Dabei gewinnt eine große Koalition aus SPD und CDU offenbar an Zuspruch der Bürger. Laut Forsa befürworten 36 Prozent ein solches Bündnis, nur noch 30 Prozent wünschen sich demnach Rot-Grün. Als künftige Ministerpräsidentin wird Amtsinhaberin Hannelore Kraft (SPD) mit 56 Prozent klar favorisiert. Herausforderer Norbert Röttgen (25 Prozent) könnte aber einen wichtigen Teilerfolg verbuchen, wenn er die CDU als Juniorpartner aus der Opposition in die Regierung führen würde.

Offen erscheint, ob sich Kraft nach dem Experiment der Minderheitsregierung auf das Risiko einer Koalition aus SPD, FDP und Grünen einlassen würde. Nach der Landtagswahl 2010 waren „Ampel“-Gespräche bereits in der Sondierungsphase geplatzt. Grünen-Spitzenkandidatin Sylvia Löhrmann sieht für eine Ampel in NRW „keine Basis“. Der WAZ sagte sie: „Die FDP bekämpft zentrale Projekte von SPD und Grünen.“

Bis zum Wochenende werden weitere Meinungsumfragen von Infratest dimap und Forschungsgruppe Wahlen erwartet.