DSDS-Favorit Ricardo ist sauer über Bohlen-Stichelei und RTL-Einspieler

Ricardo Bielecki ärgert sich über den RTL-Einspieler, der ihn als unprofessionell darstellt.
Ricardo Bielecki ärgert sich über den RTL-Einspieler, der ihn als unprofessionell darstellt.
Foto: RTL
Bei DSDS waren es wieder vor allem die weiblichen Kandidaten, die am Samstagabend überzeugten. Die RTL-Castingshow bot solide Unterhaltung und verzichtete auf die großen Skandale. Am Ende schied zu Recht Timo Tiggeler aus, der mit dem Karnevalshit „Viva Colonia“ bei Anrufern und Jury durchfiel.

Essen.. In der zweiten DSDS-Liveshow waren noch große Gefühle rund um das Motto „Liebe ist...“ angesagt, drehte sich am Samstagabend alles um wummernde Bässe und schnelle Tanzfolgen. „Let's Dance“ war das Motto des Abends, und das wurde von den Kandidaten der RTL-Show mal mehr, mal weniger gut umgesetzt. „Von acht Auftritten kam höchstens bei vier wirklich Partystimmung auf“, befand Dieter Bohlen am Ende der Sendung.

Und er hatte recht. Zwar verzichtete die Show dieses Mal auf unnötig inszenierte Skandälchen, dafür war aber auch die gesangliche Darbietung einiger Kandidaten graues Mittelmaß. Den Anfang machte der gebürtige Italiener Simone Mangiapane mit Phil Collins' „You Can't Hurry Love“. Er gab sich auf der Bühne stilvoll im Smoking und mit Gehstock, bot allerdings bestenfalls eine mäßige Performance.

Simone machte DSDS-Party auf Sparflamme

Im Vorhinein hatte er erklärt, mehr ein Sänger als ein Entertainer zu sein. Dieter Bohlen sah das ähnlich. „Die Stimme ist gut, aber den Gehstock hast du nicht, um dich darauf drei Minuten lang aufzustützen.“ Simone könne noch mehr aus sich herausholen, so sei das mehr „abgehangener Parmaschinken“.

Auch Tim David Weller bot trotz Palmenhintergrund nicht seine beste Vorstellung. Er sang den Partyhit „Balada“ von Gusttavo Lima. „Das klang nicht nach gebrochenem, sondern nach erbrochenem Portugiesisch“, meinte Dieter Bohlen. Der Rest der Jury schloss sich an. Tokio-Hotel-Sänger Bill Kaulitz sagte: „Ob du das wirklich richtig gesungen hast, kann ja hier sowieso keiner nachprüfen, weil wir die Sprache nicht können. Aber auch stimmlich war das nichts.“

Ricardo Bielecki bleibt bei DSDS ein Favorit

Der Mädchenliebling Ricardo Bielecki aus Bochum konnte hingegen mit „Don't You Worry Child“ von der Swedisch House Mafia richtig punkten. „Du bist hier der beste Sänger, ganz klar“, befand Mateo von Culcha Candela. In knallblauer Smokingjacke brachte Ricardo als erster wirklich Stimmung ins Coloneum, wo bis zu diesem Zeitpunkt lang kreischende Tokio-Hotel-Fans die Überhand hatten.

Ricardo selbst war mit seinem Gesang zufrieden, konnte den Abend jedoch trotzdem nicht so recht genießen. „Mich stört einfach der Einspieler vor meinem Auftritt enorm“, erzählte er nach der Show im Gespräch mit der WAZ Mediengruppe. „Da wird es so dargestellt, als wäre ich aufgrund einer zu langen Partynacht viel zu spät zu den Proben bekommen und würde das Ganze nicht ernst nehmen.“

Mangelnde Disziplin bei männlichen DSDS-Kandidaten?

Das beschäftige ihn sehr, gab der Kandidat preis. „Vor allem, weil ich einfach nur verschlafen hatte. Ich gehe überhaupt nicht oft weg“, erzählt er. Auch Bohlens Kommentar, Ricardo schleppe mehr Mädchen ab als der ADAC Autos, ärgerte ihn. „Völliger Quatsch“, meint er. „Klar tausche ich mal Nummern aus, aber ich konzentriere mich im Moment voll auf DSDS.“

Vorwürfe bezüglich mangelnder Disziplin mussten sich alle männlichen Kandidaten gefallen lassen. „Meinetwegen können die hier 14 Stunden rumpimpern, Hauptsache, sie bringen ihre Leistung. Und das ist bei einigen nicht der Fall“, prangerte Bohlen an. Passenderweise wurden dazu Aufnahmen der schlafenden Kandidaten gezeigt. Die Mädchen seien viel fleißiger. Wirklich zum Skandal taugte diese Enthüllung nicht, eine Überraschung musste her.

Andrea Berg wird als Gastjurorin eingespielt

Die kam mit Beatrice Egli, die wieder tief in der Schlagerkiste gekramt hatte, und Andrea Bergs „Du hast mich 1000 Mal belogen“ sang. Im pinkfarbenen engen Kleid und mit grünem Schmuck zeigte sie erneut, dass sie die „Schlagerqueen“ ist, wie selbst Schlagerhasser Mateo zugeben musste. Als fünfte Jurorin wurde dann live Andrea Berg zugeschaltet, die Beatrice einen perfekten Auftritt bescheinigte. „Du erreichst die Menschen so sehr, das ist große Klasse“, so der Schlagerstar. Da flossen bei Beatrice erwartungsgemäß einige Tränen.

Tränen konnten zumindest dem weniger karnevalsaffinen Teil der Zuschauer kommen, die Timo Tiggelers Darbietung von „Viva Colonia“ über sich ergehen lassen mussten. Warum der 19-jährige Wuppertaler sich den Höhner-Hit aussuchte und dazu Plastikelefanten und -zebras aufstellen ließ, blieb unklar.

Lisa Wohlgemuth fiel mehr durchs Outfit als durch Gesang auf

Zwar tobte er mit knapp bekleideten Tänzerinnen über die Bühne und sogar übers Jury-Pult, eine Katastrophe war sein Auftritt trotzdem. „Das können 82 Millionen Deutsche selbst mit sechs Promille genauso gut singen wie du“, kritisierte Bohlen. Und Tom Kaulitz meinte: „Das Lied passt hier einfach nicht hin.“

Lisa Wohlgemuth brachte mit Lykke Lis „I Follow Rivers“ zwar ihre Fans zum Kreischen, fiel aber vor allem Outfit-technisch komplett durch. Im buntgemusterten Kleid und blauen Kreolen sah sie laut Mateo „aus wie ein Großmütterchen in der Disko“. Auch gesanglich konnte sie nicht an ihren starken Auftritt aus der Vorwoche anknüpfen, blieb aber solide.

Erwin Kintop zeigt unterirdische Leistung – darf aber bleiben

Natürlich musste im Fall Lisa auch noch einmal die Liebesgeschichte zwischen ihr und Erwin Kintop beleuchtet werden. Bilder des jungen Glücks auf der Couch im DSDS-Loft wurden gezeigt, wobei nichts wirklich Aufregendes zu sehen war. Nicht aufregend, sondern eher unterirdisch war auch Erwins Performance. Der Hit „DJ Got Us Fallin' In Love“ von Usher und Pitbull war für Erwin definitiv ebenso ein Fehlgriff wie sein seltsam anmutendes T-Shirt, das weit ausgeschnitten und mit Nieten verziert war. Dass er ums Weiterkommen würde zittern müssen, war klar.

Vor der Entscheidung trat als wohltuender Höhepunkt noch Susan Albers auf, die „She Wolf“ von David Guetta sang. Die stimmgewaltige Kandidatin aus Rhede hatte für ihren Afro und ihr aufwendiges Make-up mit farbigen Kontaktlinsen mehr als drei Stunden in der Maske verbracht. Im Lederoutfit und unterstützt von leicht bekleideten Tänzerinnen bot sie eine gute Show, obwohl sie lieber Balladen singt.

Susan Albers wollte bei DSDS ihre fetzige Seite zeigen

„Aber ich wollte zeigen, dass ich auch eine andere Seite habe“, erzählte die Sängerin nach der Show im Gespräch mit derwesten. Dass ihr das gelang, stand für die Jury fest. „Hammermäßig“, fand Tom Kaulitz. Nur Dieter Bohlen meckerte: „Das ist gar nicht mein Geschmack.“

Das Showende zog das Moderatorenteam bestehend aus Nazan Eckes und Raul Richter wie üblich unnötig in die Länge. Mit quälender Langsamkeit wurden die Kandidaten verlesen, bis Timo Tiggeler sich tränenreich verabschieden musste. „Mir tut's sehr leid für ihn, wir waren uns sehr nahe, deswegen ist mein Weiterkommen heute etwas getrübt“, meinte Susan Albers.

DSDS „Aber man hat in den letzten Jahren immer wieder gesehen, dass nicht die gesangliche Qualität in den Mottoshows zählt, sondern wie man beim Publikum mitreißt.“ Und das können die verbliebenen sieben am nächsten Samstag zum Motto „Deutsche Songs“ wieder tun.

 
 

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