Experte fordert, Lastwagen dauerhaft von der A40 zu verbannen

Verkehrsexperte Michael Schreckenberg schlägt vor, die A40 zu Stoßzeiten für Lkw zu sperren.
Verkehrsexperte Michael Schreckenberg schlägt vor, die A40 zu Stoßzeiten für Lkw zu sperren.
Foto: WAZ FotoPool
Der Ruhrschnellweg ist zurzeit fast staufrei, weil die Lkw fehlen. Jetzt sagt der Duisburger Professor Michael Schreckenberg, sei es an der Zeit, diesen Zustand auf Dauer herbeizuführen. ADAC und Spediteure warnen allerdings vor einer radikalen Lösung. Und auch das Verkehrsministerium winkt ab.

Essen.. Nach einer Woche A40-Sperrung fragen sich viele: Wo bleibt das Chaos? Warum ist die „Lebensader des Reviers“ so gut wie staufrei? Ein Grund: Brummifahrer, die sonst mitten durchs Revier rollen, lenken ihre Lkw auf der A2 und A42 ums Ruhrgebiet herum. Verkehrs-Experten fordern nun, diese Ausnahmesituation zur Regel zu machen. Sie sagen: Holt die Laster von der A40.

Einer von ihnen ist der Duisburger Uni-Professor Michael Schreckenberg, Fachmann für Verkehr und Transport. Er meint: „Lkw- und Pkw-Verkehr passen nicht zusammen.“ Die Zeit sei reif für einen kühnen Plan: „Zumindest morgens von 6 bis 10 Uhr und nachmittags von 16 und 20 Uhr sollte die Autobahn 40 für Laster gesperrt werden.“ Technisch sei das kein Problem – elektronische Infotafeln könnten die Sperrung anzeigen. Schreckenberg denkt sogar noch weiter: „Was wäre, wenn man zu den genannten Zeiten die weiter nördlich parallel verlaufende A42 nur für Lkw freigeben würde? Die Brummis könnten sich dann auch überholen.“

"Idee ist viel zu extrem"

„Diese Idee ist viel zu extrem“, hält Ferdinand Dudenhöffer, ebenfalls Verkehrsexperte der Uni Duisburg-Essen, dagegen. „An der A42 wohnen ja auch Leute, die ihre Ruhe haben wollen und keinen Lkw-Verkehr vor ihrer Haustür.“ Die A40 in Teilen für Lkw zu schließen, hält aber auch Dudenhöffer nicht für abwegig. Eine Sperrung geht ihm zu weit. Er schlägt aber vor: „Mit höheren Maut-Gebühren für Teilstrecken der A40 könnte man einen Anreiz für Lkw-Fahrer schaffen, über die A42 zu fahren.“

Sperrung der A40 Der ADAC hält von solchen Ideen gar nichts. „Vor einer Sperrung der A40 für Lkw kann ich nur warnen. Das würde das sensible Verkehrssystem im Revier an den Rand des Kollapses bringen“, sagt Peter Meintz, Sprecher des ADAC in NRW.

Für die Spediteure ist eine dauerhafte Sperrung der A40 für Lkw ein rotes Tuch: „Die Ware sucht sich einen anderen Weg, und dann hätten wir mehr Lkw auf Bundes- und Stadtstraßen“, meint Sven Kische vom Verband Spedition und Logistik NRW.

Das Bundesverkehrsministerium winkt ebenfalls ab: Lkw seien auf der A40 nicht das Hauptproblem.

 
 

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