13,2 Millionen Bürger dürfen abstimmen - die Fakten zur NRW-Wahl

Jeder Fünfte Wahlberechtigte in Nordrhein-Westfalen hat bereits seine Stimme abgegeben. Der Rest darf am Sonntag zwischen 8 und 18 Uhr zur Wahlurne.
Jeder Fünfte Wahlberechtigte in Nordrhein-Westfalen hat bereits seine Stimme abgegeben. Der Rest darf am Sonntag zwischen 8 und 18 Uhr zur Wahlurne.
Foto: dapd
Jeder fünfte Wahlberechtigte in NRW hat sein Kreuzchen bereits per Briefwahl gemacht. Der Rest ist am Sonntag aufgerufen, zwischen acht und 18 Uhr zu wählen. Das Ergebnis könnte das erste Sechs-Parteien-Parlament im Bundesland sein.

Düsseldorf.. Es ist eine kleine Bundestagswahl. Wenn am Sonntag 13,2 Millionen Wahlberechtigte in NRW über die Zusammensetzung des neuen Landtags abstimmen können, hat das Folgen für das politische Klima in ganz Deutschland. Die wichtigsten Fakten zum Urnengang:

Stimmzettel: Seit der Landtagswahl 2010 haben die Bürger auch in NRW zwei Stimmen – wie bei einer Bundestagswahl. Mit der Erststimme wird der jeweilige Direktkandidat gewählt. Mit der Zweitstimme bestimmt man maßgeblich, wie stark eine Partei im Landtag vertreten ist.

Wahlkreise: Allein um die 128 Wahlkreise in NRW bewerben sich 834 Direktkandidaten. Insgesamt wollen 1085 Politiker aus 17 Parteien ins Parlament.

Wahlbeteiligung lag 2010 bei knapp 60 Prozent

Landtag: Im neuen Landtag werden mindestens 181 Abgeordnete sitzen. Neben den 128 Wahlkreis-Gewinnern ziehen mindestens 53 weitere Abgeordnete gemäß dem Abschneiden ihrer Partei über die Landesreserveliste ins Parlament ein. Überspringen viele kleinere Parteien (Grüne, FDP, Linke) die Fünf-Prozent-Hürde oder teilen sich die Wahlkreis-Siege nicht einigermaßen gleichmäßig zwischen SPD und CDU auf, kann sich der neue Landtag erheblich aufblähen. Die Sitzverteilung im Plenum muss die Zweitstimmen-Anteile der Parteien wiedergeben. Überhangmandate entstehen, wenn eine Partei über Wahlkreis-Siege mehr Sitze gewinnt, als ihr nach dem Zweitstimmen-Ergebnissen zustehen würden.

Wahlbeteiligung: Bei der Landtagswahl 2010 nahmen nur 59,3 Prozent der Bürger ihr Wahlrecht wahr. Fünf Jahre zuvor waren es noch 63 Prozent. Rund 20 Prozent der Wahlberechtigten hat diesmal bereits per Briefwahl abgestimmt. Alle anderen können Sonntag von 8 bis 18 Uhr im Wahllokal ihr Kreuzchen machen.

110.000 Wahlhelfer im Einsatz

Auszählung: 110 000 ehrenamtliche Wahlhelfer sind landesweit im Einsatz. In Köln, wo vor zwei Jahren das Auszählen des Ergebnisses bis in die Nacht dauerte, soll pro Bezirk jeweils ein erfahrener Verwaltungsmitarbeiter eingesetzt werden. Frühestens nach Mitternacht steht das vorläufige amtliche Endergebnis fest.

Parlament: Würden neben SPD, CDU und Grünen auch FDP, Linke und Piraten in den Landtag einziehen, gäbe es erstmals ein Sechs-Parteien-Parlament. Bis 1980 waren drei Parteien (SPD, CDU, FDP) im Landtag vertreten, zwischen 1980 und 1985 sogar nur zwei (CDU, SPD). SPD-Alleinregierung, sozialliberale Koalition, Rot-Grün, Schwarz-Gelb – all das gab es schon. Ein Dreier-Bündnis noch nie.

Kosten: Allein die Durchführung der Neuwahlen kostet laut Steuerzahler-Bund rund 45 Millionen Euro. Für die Parteien geht es zudem um die Finanzierung ihrer politischen Arbeit: Für jede gültige Stimme erhält eine Partei 85 Cent vom Staat; für jede Stimme über vier Millionen 70 Cent. Die staatliche Teilfinanzierung darf aber nicht die Summe überschreiten, die die Parteien jährlich selbst über Spenden hereinholen, und ist bei 150 Millionen Euro Gesamtvolumen gedeckelt.

Was denken die Spitzenkandidaten vor der NRW-Wahl? Die Antworten auf unseren Wahlfragebogen finden Sie hier.

 
 

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