Unterhaltung aus der Reisetasche

Aktuelle Buchtitel, lieber ein Klassiker oder das ganze vielleicht als E-Book? Wer ins Krankenhaus oder zur Reha geht, sollte daran denken, ausreichend Lesestoff mitzunehmen.
Aktuelle Buchtitel, lieber ein Klassiker oder das ganze vielleicht als E-Book? Wer ins Krankenhaus oder zur Reha geht, sollte daran denken, ausreichend Lesestoff mitzunehmen.
Foto: Michael May
Was man ins Krankenhaus oder zur Reha mitnehmen sollte . . .

Iserlohn.  Wenn jemand ins Krankenhaus oder zur Reha muss, lohnt es sich, beizeiten darüber nachzudenken, was man in diese fremde Welt mitnehmen sollte.

Dabei geht es nicht nur um Schlafanzug und Zahnbürste, Schreibzeug und genügend Bargeld. Zwischen Arztvisite und diversen Anwendungen bleibt viel freie Zeit, die wir nutzen können, um endlich die Bücher, die uns zum letzten Geburtstag geschenkt wurden, in Angriff zu nehmen. Leider sind Bücher ziemlich schwer. Eine erträglichere Lösung bietet ein E-Book-Reader, auf dessen Speicherkarte viele tausend Bücher Platz finden ohne das Gewicht zu vergrößern. Wer unbedingt den neuesten Bestseller lesen möchte, wird dabei allerdings kräftig zur Kasse gebeten. Als E-Book ist so ein Werk nur etwa 20 Prozent billiger als die gedruckte Ausgabe. An dieser Stelle wird deutlich, warum die Reader relativ preiswert zu haben sind. Die Hersteller hoffen, dass wir uns anschließend viele, teure Bücher herunterladen. Da die Verlage bei E-Books die Ausgaben für Druck, Lagerhaltung und Versand sparen, wird damit richtig viel Geld verdient.

So manche literarische Entdeckung wartet

Wer sich mit Büchern, deren Autoren schon über 70 Jahre tot sind, zufrieden gibt, findet dagegen im Internet ein reiches, völlig kostenloses Angebot solcher „Klassiker“. Mein Favorit ist dabei „Izzys Public Domain Bibliothek“. Dort gibt es so ziemlich alles zwischen Karl Marx und Karl May, Adalbert Stifter und Zephyrin Zettel. Die Dateien sind im epub-Format, das von fast allen Readern verstanden wird. Da lässt sich so manche literarische Entdeckung machen. Erstaunlich, wie viele Bücher einzelne Autoren zustande gebracht haben. Bei Jules Verne sind es 51, bei Wilhelm Raabe neben der „Chronik der Sperlingsgasse“ und der „Schwarzen Galeere“ noch 49 weitere .

Wer lieber seine Ohren statt seiner Augen benutzt, ist mit Hörbüchern und Hörspielen gut bedient. Die kann man sich von den Internetseiten der Radiosender herunterladen oder als CD kaufen. Hilfreich ist es, sich einen tragbaren CD-Player mitzunehmen, der auch das MP3-Format abspielen kann. In diesem komprimierten Format passen mehr als zehn Stunden Unterhaltung auf eine Scheibe. So ein Gerät kostet um die 40 Euro. Ein CD-Rohling, auf den wir Daten brennen können, ist bereits für weniger als 20 Cent zu haben. Natürlich kann man auch seine Lieblings-CDs mitnehmen. Wenn man beim Abspielen die Zufallsfunktion einschaltet, werden die Stücke durcheinandergewirbelt und man hört jedes Mal ein anderes Konzert.

Wahre Wiedergabekünstler sind Smartphones. Mit ihnen kann man außer zu telefonieren auch Bilder und Töne abspielen, sofern man sie vorher mit Hilfe des Computers auf das Gerät kopiert hat. Eine App wie zum Beispiel „Cool Reader“ macht aus dem Smartphone einen komfortablen E-Book-Reader. Eine andere App kann geschriebene Texte vorlesen und verhilft uns auf diese Weise vor dem Einschlafen zu einer echten gute Nacht-Geschichte.

Wer für Bücher oder CDs nicht viel Geld ausgeben möchte, findet im Krabbel­korb der Stadtbücherei oder bei „Möbel und mehr“ an der Baarstraße jede Menge gebrauchte, gut erhaltene Exemplare. Ein echter Geheimtipp sind auch Ein-Euro-Shops, denn dort werden Restbestände von CDs verkauft. Eine Scheibe mit Hörstücken kostet dann nur noch einen statt zehn oder sechzehn Euro. Hilfreich auch, wenn nicht wir selbst, sondern ein Freund oder Nachbar ins Krankenhaus muss und wir ihm ein Mittel gegen Langeweile mitgeben möchten.

 
 

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