Iserlohner Impressionen

Iserlohn.  Der Duden erklärt: Redensart = geläufige, feststehende, sprachliche Redewendung, meist leere Floskeln ohne bedeutenden Sinn. Wir benutzen sie alle. Dabei sind Redensarten nicht unbedingt negativ besetzt, ich will auch nicht über sie herziehen. Nur mal drauf aufmerksam machen.

Beispiel? Jemand erklärt einen Weg durch die Stadt … und dann kommt da die Ampel. Halt! Was macht die? Kommt? Wo kommen wir denn hin, wenn die so einfach kommt, also in der Gegend herumläuft? Was wird denn aus der Kreuzung, wenn die Ampel da fehlt? Was, wenn das alle Ampeln machen würden? Gut – oft liefe der Verkehr dann besser.

Oder: Das hast du jetzt gesagt … Ja, wer denn sonst? Ist da noch jemand? Da geht es meist um Dinge, die besser nicht gesagt wurden, deshalb stellt man schnell mal fest: Das hast du jetzt gesagt. Tolle Feststellung!

Oder: Jemand beantwortet eine Frage mit: Ich würde sagen (noch besser: sagen wollen) … da schreie ich schon: Halt! Unter welchen Bedingungen würdest du das denn sagen? Und dann fährt er auch schon fort mit der Beantwortung der Frage ohne die Bedingungen zu nennen, einfach so. Warum denn eigentlich würde?

Oder: Da ist jemand sehr verärgert und will was loswerden. Fängt aber den Satz mit … ich will ja nix sagen, aber … an. Aha, da kommt also nix. Doch dann, oh Überraschung – dann sagt er’s doch! Warum denn erst ankündigen, dass er nix sagen will, wenn er es doch macht?

Oder: Da waren noch die Leute, die Köln besuchten. Zu Hause erzählen sie, dass sie am Dom waren, oder meinetwegen auch drauf, und dann hätten sie das Römisch-Germanische Museum noch mitgenommen. Was haben die? Das Museum mitgenommen? Und nun ist es weg! Schade.

Und noch eine Stilblüte aus dem Bergsteigerjargon: Da kommen die Jungs abgekämpft von der Bergtour in die Hütte und verkünden stolz, dass sie den Großglockner gemacht hätten! Und ich habe mir immer eingebildet, der stünde da schon eine Weile …

So gibt denn unsere schöne deutsche Sprache jedem seine Entfaltungsmöglichkeit.

Übrigens … Mache lieber etwas Falsches, ehe du gar nichts machst.

Bis die Tage …

Wolfram Cosmus

 
 

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