Bismarckturm war für mich „Ritterburg“

Der  Bismarckturm
Der Bismarckturm
Foto: IKZ
Im Vorfeld des 100-jährigen Bestehens des Bismarckturmes erinnert sich Seniorin Erika Reichel an ihre Kindheit im Seilerwald.

Iserlohn.  Nun kann auch der Bismarckturm, hoch auf der Kuppe des Seilerwaldes, den hundertsten Geburtstag begehen. Der aus heimischer Grauwacke nach den Plänen der Architekten August Deucker und C. Hofmann gebaute Turm wurde am 31. März 1915 eingeweiht.

Er erinnert mit seiner Bauweise an einen mittelalterlichen Wachturm. Beim Aufstieg vermitteln die kleinen Fenster in den Rundbogennischen einen schönen Rundblick. Hoch oben auf dem Turm befindet sich eine auf acht kleinen Säulen stehende Feuerschale aus Basaltlava.

Sehr oft war der Bismarckturm in meiner Kindheit das Ziel eines Sonntagsspazierganges. Auch wenn der Weg von der Innenstadt bis dorthin nicht gerade kurz war. Sehr oft ging es dann noch auf Waldpfaden weiter bis zur Gaststätte Sander in Landhausen. An freien Schultagen oder in den Ferien war der Seilerwald auch die „Ritterburg“, wie wir den Bismarckturm nannten, ein wahrer Abenteuerspielplatz.

Einmal im Monat gibt es Getränke und Kuchen

Heute ist der Bismarckturm nicht mehr frei zugänglich. Doch die Hemeraner Pater-Beda-Gruppe öffnet einmal im Monat die Pforte und bietet Getränke und Kuchen an. Was viele Bürger nicht wissen, der Bismarckturm ist auch Sender und Empfänger für den Deutschen Amateurradio Club, Ortsverband O11 Iserlohn. In der Feuerschale des Turmes befinden sich die Antennen und die Solartechnik. Die Frequenzen der Hobbyfunker reichen bis Osnabrück. Für Interessierte, das Rufzeichen für den Sender vom Turm: DBO IS.

Am 31. März bin ich bei seinem Geburtstag dabei

Einmal im Jahr lassen es sich die Funker nicht nehmen, ihren treuen Kumpel Bismarckturm gründlich zu reinigen. Bis zum Jubiläum sind es nur noch ein paar Tage. Vielleicht machen sich dann auch mal die fußfaulen Iserlohner auf den Weg, die zwar Jahrzehnte hier wohnen, aber vom Bismarckturm weder etwas gehört noch gesehen haben. In meinem Kalender ist der 31. März rot vermerkt, denn ich möchte es nicht verpassen, meiner „Ritterburg“ aus Kindertagen zum einhundertsten Geburtstag zu gratulieren.

 
 

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