Zwei Wittener Investoren für ehemaliges Bahngelände gefunden

Verschmiert, verdreckt – das Foto von der alten Halle auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Ost in Witten hat Leser Heiner Mirbach geschossen. Die Kosten für den Abriss der Halle müssen vom Käufer des Grundstücks übernommen werden.
Verschmiert, verdreckt – das Foto von der alten Halle auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Ost in Witten hat Leser Heiner Mirbach geschossen. Die Kosten für den Abriss der Halle müssen vom Käufer des Grundstücks übernommen werden.
Zwei Wittener Unternehmen wollen das noch freie dritte Grundstück auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Ost kaufen und dort bauen.

Witten.  Zwei Wittener Unternehmen interessieren sich für die noch freie Fläche auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Ost an der Pferdebachstraße/Ecke Westfalenstraße. Das Grundstück wird von der Essener Bahnflächenentwicklungsgesellschaft NRW (BEG) im Auftrag der Deutschen Bahn vermarktet. Klaus-Dieter Büttner, bei der BEG für das Projekt zuständig: „Wir verhandeln mit beiden Interessenten, die sich das Grundstück teilen möchten.“ Ziel sei, bis zum Jahresende „die Kaufverträge abzuschließen“.

Das noch freie Gelände ist rund 4300 Quadratmeter groß. Um welche Wittener Firmen es sich handelt, die hier investieren wollen, möchte Büttner zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. „Aber beide sind sich einig.“ Bei einem Betrieb soll es sich um ein Dienstleistungsunternehmen handeln. Einer der Interessenten habe sich mehrere Flächen in der Stadt angesehen, sich dann aber für das Grundstück auf dem einstigen Bahngelände entschieden.

Auch ein Gebrauchtwagenhändler fragte an

Klaus-Dieter Büttner: „Eine Firma möchte Büroflächen errichten, die sie zum Teil selbst nutzt, der Rest soll vermietet werden.“ Auf der zu verkaufenden Fläche darf maximal viergeschossig gebaut werden. „Die Unternehmen müssen jetzt Architektenentwürfe vorlegen, sagen, was genau sie dort machen wollen.“ Die Entwürfe würden dann mit dem Wittener Stadtbaurat besprochen. Erst wenn es für die Planungen der Unternehmen grünes Licht gebe, „werden wir die Kaufverträge aufsetzen“, erklärt Büttner.

Der Mindestkaufpreis für das Grundstück war von der Bahnflächenentwicklungsgesellschaft mit 299 950 Euro angesetzt worden. Produzierendes Gewerbe oder Spielhallen dürfen auf dem Gelände, auf dem die heruntergekommene alte Güterhalle steht, nicht angesiedelt werden. Büttner: „Es gab auch eine Anfrage eines Händlers, der da Gebrauchtwagen verkaufen wollte. Auch das geht nicht.“

Noch zwei freie Flächen im neuen Ärztezentrum

Ebenso sei die Errichtung von Wohnungen nicht erlaubt. Es sei denn, es handelt sich um betriebszugehöriges Wohnen – wenn etwa ein Unternehmer direkt bei seiner Firma leben möchte. Auch die Ansiedlung von „Einzelhandel, der zentrumsrelevant ist“, ist ausgeschlossen. Meint: Geschäfte, die Einzelhändlern in der Innenstadt gefährlich werden könnten.

Auf dem Gelände des früheren Güterbahnhofs hat die Essener Investorengruppe Domus GmbH & Co. KG an der Pferdebachstraße bereits ein Ärztezentrum errichtet. Seit Ende Mai ist hier der Hauptmieter tätig – die Dialyse-Praxisklinik von Dr. Dimitri Zolotov und Dr. Thomas Schietzel. Die Nierenspezialisten haben auf der ersten Etage ihre Dialyseplätze. Ihre Praxis ist im Erdgeschoss. „Dort sind derzeit noch zwei Flächen frei“, heißt es vom Projektleiter des Ärztezentrums, Reinhold Schaefers. „Wir führen derzeit Gespräche mit einer Apotheke. Die zweiten Räumlichkeiten würden sich auch für eine Facharztpraxis oder als Büro eignen.“ Ende Oktober soll das neue Ärztehaus, in dem derzeit noch gearbeitet wird, fertiggestellt sein.

Drittes Geschoss wird derzeit noch ausgebaut

Vor rund zwei Wochen ist dort die urologische Gemeinschaftspraxis von Dr. Jürgen Risse und Dominik Schulte eingezogen. Die Fachärzte fand man bislang auf der unteren Bahnhofstraße. Auf der zweiten Etage gibt es eine Physiotherapie-Praxis. „Das dritte Geschoss wird derzeit noch für den Hautarzt Dr. Thomas Pfeil sowie einen Steuerberater ausgebaut“, erklärt Schaefers.

Hinter dem neuen Fachärztezentrum baut der Wengeraner Busunternehmer Peter Killer auf einer Fläche von rund 5700 Quadratmetern. Killer verlegt seinen Firmensitz nach Witten. Denn er fährt mit seinen Bussen im Auftrag von Bogestra und VER in Witten und Dortmund und möchte mit seinem neuen Betriebsstandort näher an seinem Einsatzort sein, wie er betont. Am Wittener Firmensitz wird es eine Omnibushalle, einen Reparaturbetrieb für die Killer-Fahrzeuge, sowie eine betriebseigene Tankstelle und Waschanlage geben. Peter Killer: „Ich werde im Oktober umziehen.“


 
 

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